Ein Bußgeld von 50 bis 250 Euro wird in Brandenburg fällig, wenn Menschen ihren Mund-Nasen-Schutz nicht tragen, wo es vorgeschrieben ist. Das regelt die SARS-CoV-2-Umgangsverordnung vom 3. September. Doch während es deutschlandweit mehr als 2000 Neuansteckungen in 24 Stunden gibt, ist die Zahl der Infizierten in Oder-Spree gering. Halten sich die Menschen dennoch an die Vorgaben? Und wer kontrolliert das eigentlich? Die MOZ hat sich mal umgehört.

Nicht jeder trägt in Geschäften eine Maske

„In Schlangen achtet gar keiner mehr darauf“, sagt Bianca Bear. Oft würden die Menschen, besonders an Orten, an denen viele zusammen sind, den nötigen Abstand nicht einhalten. In größeren Einkaufszentren sehe sie häufig Leute ohne Mund-Nasen-Bedeckung. Einen Kontrolleur habe sie noch nie gesehen. Für die 22-Jährige sei das Masketragen im Alltag ganz normal. „Ich arbeite im Krankenhaus“, sagt die Fürstenwalderin.
„Da wo es angebracht ist, da trage ich eine Maske“, sagt Wolfgang Riedel aus Fürstenwalde. In Geschäften, wo kein Abstand möglich sei, akzeptiere er das. Sein Eindruck der Maskentreue der Fürstenwalder ist gemischt. „In Supermärkte gehen die Leute oft mit Maske hinein und nehmen sie dann drinnen wieder ab“, berichtet der 77-Jährige.

Der Landkreis Oder-Spree ist für die Bußgelder zuständig

Dass sich nicht immer alle an die Auflagen halten, weiß auch Anne-Gret Trilling, Sprecherin der Stadt Fürstenwalde: „Es gibt Orte, an denen die Aufmerksamkeit gesunken ist.“ Doch sie verweist darauf, dass der Landkreis als Infektionsschutzbehörde für die Bearbeitung der Bußgeldanzeigen und Bescheide verantwortlich ist. Die Ordnungsämter von Städten und Gemeinden leisteten lediglich Amtshilfe. Kommen Hinweise von Bürgern, gehe das Fürstenwalder Ordnungsamt dem nach. Doch extra Personal werde dafür nicht eingesetzt. „Das Ordnungsamt kontrolliert im Rahmen der üblichen Aufgaben“, erklärt Trilling. Zwei Teams mit je zwei Personen seien im Außendienst tätig. Damit scheint für den Einzelnen die Chance erwischt zu werden, eher gering.

Ordnungsämter kontrollieren bei ihren normalen Rundgängen

In Grünheide wird ebenfalls meist im Rahmen der ortsüblichen Rundgänge kontrolliert. Ordnungsamtsleiter Nico Bauermeister spricht von sporadischen Kontrollen sowie solchen, wo es Hinweise auf möglichen Verstöße gibt. Als Schwerpunkt sieht er die Gastronomie an. Neben der Einhaltung der Abstandsregel und dem Tragen von Masken, wo Abstand nicht möglich ist, gehe es vor allem um das Führen der Besucherlisten.
In Schöneiche habe es ganz zu Anfang Kontrollen in der Straßenbahn gegeben. Mittlerweile, sagt Bürgermeister Ralf Steinbrück, werde die Maskenpflicht dort aber eingehalten. „Es funktioniert gut.“ Beschwerden seien ihm auch in Bezug auf die anderen Regeln nicht zu Ohren gekommen. Er schätzt ebenfalls ein, dass derzeit den Gaststätten und ihren Hygienekonzepten das besondere Augenmerk gilt. „Unsere Mitarbeiter beraten dazu auch gern.“ Die Gemeinde selbst hat mit dem geänderten Ort für Gemeindevertretersitzungen auf die neue Situation reagiert. In der Lehrer-Paul-Bester-Turnhalle ist laut Steinbrück genug Platz für Abstand. „Besucher müssen sich anmelden und wir erfassen selbstverständlich ihre Kontaktdaten.“

In Erkner wird das Ordnungsamt bei Bedarf aktiv

In Erkner sind Kontrollen längst Alltagsgeschäft. Gebe es Bedarf, Fragen zur Umsetzung der Regeln oder Hinweise auf Verstöße werde das Ordnungsamt aktiv, sagt Stadtsprecherin Daniela Sell. „Bisher hat es aber keinerlei Beschwerden gegeben. Und auf den Rundgängen werde quasi im Vorübergehen darauf geachtet, ob etwa beim Anstehen am Dönerladen genug Abstand herrsche, nennt sie ein Beispiel.