Am Donnerstagabend hat sich der junge Mann den Fürstenwalder Stadtverordneten vorgestellt. "Sie waren Kämmerer und hätten die Möglichkeit gehabt, sich dort auf höhere Stellen zu bewerben", stellte Franz Berger (SPD) fest. "Welche Visionen haben Sie für das Schwapp?", fragte er. Zunächst müsse das wegen der Corona-Regelungen geschlossene Schwapp schnellstmöglich öffnen, dann der Investitionstau abgebaut werden, sagte Fröbrich.
Ob er den Job bekommt, wusste er zu diesem Zeitpunkt nicht. Denn um das Auswahlverfahren gibt es Streit. Der begann mit den auf drei Tage verteilten Bewerbungsgesprächen, zu deren Vorbereitung die Fraktionen keine Bewerberspiegel erhielten und bei denen nur Vertreter von BFZ und FDP erschienen. 30 Bewerber gab es auf die Stelle, zehn wurden zum "psychologischen Messverfahren" eingeladen, vier schließlich zum Gespräch. Zwei Kandidaten lagen danach fast gleichauf. Bürgermeister Matthias Rudolph (BFZ) schlug Fröbrich vor; Gleichstellungsbeauftragte Anne-Gret Trilling in ihrer Stellungsnahme die weibliche Bewerberin. Diese Stellungnahme entsprach nicht den Vorstellungen des Bürgermeisters, er ließ sie überarbeiten, weigerte sich später aber, den Stadtverordneten die überarbeitete Fassung zur Verfügung zu stellen.  Er habe dies aus Fürsorge für andere Personen und auch für die Gleichstellungsbeauftragte getan, erklärte Rudolph auf Nachfrage. Er habe letztere zu keiner Zeit gehindert, sich an die Stadtverordneten zu wenden, ergänzte er. "Die Art und Weise, wie Sie sich die Welt schönreden, erinnert mich an ein Kinderlied", sagte Stephan Wende (Linke). Viel weiter kam er nicht – kurz vor der Begründung drehte ihm Rudolph das Mikro ab.
Fröbrichs Vorstellung folgte. Dann wurden er und die rund 25 anderen Gäste des "Saales" in der E.dis-Arena verwiesen, weil sich die Stadtverordneten ohne Öffentlichkeit beraten wollten. Das war so gegen 20 Uhr.
22.15 Uhr  öffnet sich die Tür
22.15 Uhr durften die Gäste wieder in den Saal. Sebastian Rausch (SPD) beantragte da gerade, das Verfahren zu beenden und die Stelle wegen Formfehlern neu auszuschreiben. Das wurde bei 12 Ja- und 16 Nein-Stimmen abgelehnt. Dann wählten die Abgeordneten Fröbrich mit 18 Ja- und 13 Nein-Stimmen. Der nahm die Wahl an. "Das ist Politik", sagte er zu dem ganzen Hickhack. Fröbrich gehört selbst der Freien Wählergemeinschaft Garzin an und ist seit 2019 ehrenamtlicher Bürgermeister Garzau-Garzins.

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