Schon zum Auftakt mit Glockengeläut gab es im geschmückten Gotteshaus keinen Sitzplatz mehr. Dicht drängten sich die Besucher, auch die Gesangsbücher und die extra verteilten Fest-Zettel zur Verabschiedung des Pfarrers waren längst vergriffen. Begleitet von Musik des Biegener Posaunenchores, des Briesener Chores und von Hartmut Drwenski an der Orgel gestalteten gleich vier Pfarrer den Gottesdienst. Federführend war Superintendent Frank Schürer-Behrmann vom Kirchenkreis. Er brachte auch noch Mathias Wolfahrt (Pfarrsprengel Ziltendorf) und Matthias Hirsch (Müllrose) mit. Alle Augen waren aber auf Andreas Althausen gerichtet, der in der Kirchengemeinde Biegen-Jacobsdorf seit 1999 seinen Dienst tat. Zuvor war der Jacobsdorfer ab 1983 an mehreren Stationen in der Landeskirche angestellt, so auch in Wellmitz. Nun schied der 61-Jährige aus dem aktiven Dienst aus, auf eigenen Wunsch schon Ende April.
Seit Januar ist er schon beurlaubt. Den Schritt, nach 34 Jahren in den Ruhestand zu gehen, sah Althausen als Chance. Auch in seiner Predigt stellte er das klar. "Ich bin allen dankbar, die mitgeholfen haben, dass es nun soweit ist." Er will sich nun mehr um sich und um seine Frau Waltraud kümmern, im Garten werkeln, lesen, auch verreisen.
Für seine langjährige Arbeit, die viele Dörfer umfasste, dankte ihm der Superintendent. Er nannte Althausen engagiert, menschenfreundlich, aber auch streitbar. Mit einer Abschieds-Urkunde der Landeskirche sowie Gebet, Segnung und einem Buchgeschenk verabschiedete er ihn. Viele Besucher wie Odervorlands Amtsdirektorin Marlen Rost, aber auch deren Vorgänger Peter Stumm und Mitglieder der Kirchengemeinde überbrachten Grußworte und Geschenke. Gemeinsam wurde danach im Pfarrgarten weiter gefeiert.
Was Althausen noch freiwillig an Aufgaben übernimmt, will er mit Pfarrer Hirsch abklären. Der Müllroser betreut in Vakanz weiter die Jacobsdorfer Kirchengemeinde mit. Das Ehepaar Althausen darf vorerst weiter im Jacobsdorfer Pfarrhaus wohnen. Die Pfarrer-Stelle wird nun neu ausgeschrieben.