Seit dem Jahr 2014 lebt er dort in einer Wohnung, mit zwei Katzen und seiner Lebensgefährtin. "Vorher haben wir im Ziolkowskiring gewohnt, aber dort wurde viel geklaut, außerdem gab es immer laute Musik", sagt der 35-Jährige. Mit der neuen Wohnung ist er zufrieden. Dass das Haus demnächst saniert werden soll, freut ihn. Nur der Krach, den es gibt, wenn die Bauarbeiter überall hämmern, bohren und werkeln, bereitet Thomas Beling Sorgen.
Ziel: 22 leere Wohnungen
Der 1977 gebaute Block gehört der Wohnungswirtschaft GmbH Fürstenwalde (Wowi), einer hundertprozentigen Tochter der Stadt. 43 Wohnungen gibt es in dem Sechsgeschosser. 17 standen Ende August leer. "Unser Ziel ist es, dass bis Baubeginn 22 Wohnungen leer sind, darum lassen wir seit einem Jahr keinen mehr einziehen", sagt Wowi-Geschäftsführer Thomas Buhl. Denn nur leere Wohnungen können komplett saniert werden, bei den anderen beschränken sich die Arbeiten auf die Bäder. Rund 15 000 Euro koste das Rundum-Paket für eine Wohnung. Sei eine Einheit rechtzeitig frei, könne diese Summe in die Kredit-Finanzierung  einkalkuliert werden.
Insgesamt rechnet Buhl mit einem Investitionsvolumen von 2,2 Millionen Euro. Davon sollen Aufzüge in jedem Aufgang, farblich gestaltete Treppenhäuser, Dämmung der Dachdecke, Verschluss der Gebäudefugen, Fassaden-Anstrich, Sanierung der Balkone, Teilaustausch der Türen, ein Parkplatz und neue Wege bezahlt werden.
Eine Besonderheit wird es in dem Block geben: Eine Seniorenstation der Arbeiterwohlfahrt. "Davon gibt es zu wenig in Nord", ist Buhl überzeugt. "Wir wollen Mieter so lange es geht halten und sie unterstützen", betont er. Der Antrag, drei Wohnungen in Gewerbeeinheiten umzuwandeln, laufe. 30 Parkplätze sollen entstehen. "Entweder wir pachten dafür eine Fläche der Wohnungsgenossenschaft oder wir schaffen sie am Rand des Innenhofes", erklärt Buhl. 20 Euro pro Monat werde eine Stellfläche kosten.
Ende des Jahres sollen die Mieter über Baumaßnahmen,  Mieterhöhung und Modernisierungsumlage informiert werden. Mit welchen Kosten sie rechnen müssen, stehe aktuell noch nicht hundertprozentig fest. Aber: "Altmieter kriegen eine andere Miete als Neumieter und wir schöpfen die maximal acht Prozent Modernisierungsumlage nicht aus", verspricht Buhl.
Neue Türen, aber keine Lifte
Im ersten Quartal 2020, so sieht es der Zeitplan vor, rücken Bauarbeiter an. Ende des Jahres soll alles erledigt sein. Den gleichen Zeitplan gibt es für die Sanierung der Geschwister-Scholl-Straße 13 bis 13d. Auch das Gebäude mit den Wellblech-Giebeln werden sich Bauarbeiter vornehmen. Investitionsvolumen dort: gut eine Million Euro. "Im Innern haben wir schon einiges gemacht, jetzt wollen wir Außenwände, Keller- und oberste Geschossdecke dämmen, Türen erneuern, Außenanlagen gestalten und den Parkplatz befestigen", sagt Buhl.
Aufzüge bekommt der 1969 errichtete Dreigeschosser nicht, weil es im Innern dafür keinen Platz gibt und sich das dritte Obergeschoss auch ohne Lift gut vermieten lässt. 40 Wohnungen sind im Block. Eine bewohnt Bärbel Böhme. Bislang wusste die 64-Jährige nicht, dass "ihr" Haus 2020 dran ist. "Wenn sie die Außenfassade machen, hoffe ich, dass danach ein bisschen mehr Wärme im Haus bleibt", sagt sie. Dass dafür die Miete steigt, nimmt sie in Kauf. "Muss doch", sagt Bärbel Böhme. "Ich hoffe bloß, dass es nicht so viel ist."