In Kitas und Horten der Stadt wird es eng: Weil immer mehr Kinder die Einrichtungen besuchen, müssen laut Kita-Bedarfsplanung des Kreises bis 2023 311 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Eltern sind skeptisch,  ob dies ohne Hortneubauten in 2019 rechtzeitig gelingen wird.
Eltern, die in einem Jahr einen Betreuungsplatz für ein unter drei Jahre altes Kind suchen, haben schlechte Karten. Die Kitas in Fürstenwalde sind laut Elternportal voll belegt: Ein gelber Punkt neben den gelisteten Einrichtungen zeigt an, dass sich bereits mehr Kinder beworben haben, als Plätze verfügbar sind. Die Stadt Fürstenwalde bemühe sich zwar, schnell einen Kita-Platz bereitzustellen, sagt Rathaus-Sprecherin Anne-Gret Trilling. Es gebe aber Kitas – insbesondere kleine Einrichtungen wie die „Parkspatzen“ seien betroffen –, bei denen die Warteliste lang sei. Noch kritischer stellt sich die Situation bei den ab sechs Jahre alten Kindern da: Während bei den Kitas noch der gelbe Punkt dominiert, ist es bei den Hort-Plätzen für Dezember 2019 das rote Kreuz – „Alle Plätze sind belegt“, bedeutet es.
311 zusätzliche Kita- und Hortplätze müssen bis 2023 in Fürstenwalde geschaffen werden; so geht es aus einer Berechnung des Landkreises hervor. Die Fortschreibung der Kita-Bedarfsplanung für die Jahre 2019 bis 2023 wurde Anfang Dezember, nachdem sie auch in Fürstenwalde Vertretern aus Politik und Verwaltung vorgestellt worden war, vom Kreistag beschlossen.
Nichts, was in ihr steht, sei neu, sagt der Erste Beigeordnete Stefan Wichary. Schließlich habe die Verwaltung alle für die Berechnung notwendigen Zahlen wie Einwohnerstatistik und Kapazitäten der vorhanden Einrichtungen an den Kreis weitergeleitet. Auch Maßnahmen sind enthalten, um dem prognostizierten Bedarf gerecht zu werden. Auf Antrag des Bündnisses Fürstenwalder Zukunft (BFZ) wurde die Verwaltung von den Stadtverordneten jüngst beauftragt, dazu bis Mai 2019 einen mittelfristigen Investitionsplan vorzulegen.
Die für Fürstenwalde am wahrscheinlichsten angenommene Entwicklung der Kinderzahlen geht davon aus, dass der Einwohnerzuwachs von Kindern zwischen 0 bis unter 12 Jahre durch den Zuzug junger Familien in neue Wohngebiete (Ketschendorfer Feldmark) anhalten wird. Demnach ergibt sich aus Berechnungen für die nächsten vier Jahre ein Bedarf von 3128 Plätzen; aktuell liegt er in diesem Szenario bei 2861 Plätzen, wobei eine Auslastungsquote von 90 Prozent zugrunde gelegt wird.
Im Schnitt sind die Kapazitäten in Kitas und Horten aber zu 95,5 Prozent ausgelastet; einige Einrichtungen bieten mit Ausnahmegenehmigung zusätzliche Plätze an. Laut Kreis wurden in Fürstenwalder Einrichtungen von 2017 bis 2018 95 zusätzliche Plätze über solche Ausnahmen geschaffen. Sie sind bis 2023 in reguläre Kapazitäten umzuwandeln.
Von den 311 benötigten Plätzen entfallen knapp zwei Drittel auf Horte. Prognosen zufolge erhöht sich die Zahl der Grundschüler bis 2023 um 143 auf dann 1889 Kinder. „Es ist fraglich, wann die geplanten Hortneubauten für die Fontane- und Jähn-Grundschule tatsächlich realisiert werden“, sagt Stefanie Worseg. Die Erzieherin engagiert sich im Kita- und Grundschulbeirat der Stadt und war bei der Vorstellung der Berechnungen im Kreis-Jugendhilfeausschuss anwesend. Sie räumt ein, dass es schwierig sei, den künftigen Bedarf zu planen.
Wäre da nicht die Tatsache, dass es jetzt schon eng wird in den Einrichtungen: Laut Verwaltung besuchen aktuell doppelt so viele Kinder einen Hort wie noch vor zehn Jahren, nämlich 1022. Der Hort der Jähn-Schule verfügt allein über 50 Plätze nur, weil er eine Ausnahmegenehmigung dafür hat.

Kita- und Hortplätze in Fürstenwalde


Zum 1. Januar 2018 wurden in den 26 Kindertagesstätten in Fürstenwalde, davon 6 Horte, 2417 Kinder betreut.

Gesamtkapazität: 2817 Plätze

311 zusätzliche Kita- und Hortplätze werden laut einer Prognosen, die zu 75 Prozent die tatsächliche Entwicklung der Kinderzahlen von 2006-2017 und zu 25 Prozent die Landesprognose berücksichtigt, bis 2023 benötigt.

Maßnahmen und zusätzliche Plätze bis 2020/21

Hortneubau Jähn-Grundschule 30-50 Plätze

Hortneubau Fontane-Schule 68 Plätze

Hortausbau Schulzentrum in Süd (22 Plätze)

bis 2024/25: 88 Plätze

Rahn-Kita-Neubau Trebuser Straße 110 Plätze

Kita-Neubau „Holzwürmer“ in Nord 60 Plätze

Insgesamt 376 Plätze