Die Scharmützelsee-Schifffahrt kann ihren Ausflugsbetrieb schon seit Ende Juli nicht mehr wie geplant anbieten. Die Schleusenfahrten auf den Storkower See mussten abgesagt werden, weil die Wassertiefe im Wendisch Rietzer Fließ nicht mehr ausreichte. Seit Anfang September gibt es weitere Einschränkungen.
Wegen des niedrigen Wasserstandes in den ufernahen Bereichen des Scharmützelsee können bei den Rundfahrten die Stationen Diensdorf und Theresienhof nicht mehr angesteuert werden. Auch im Hinblick auf die Saison 2019 hat die Schifffahrt ein Problem. „Die MS Bad Saarow müsste eigentlich für eine Reparatur in die Werft nach Berlin. Aber wir kommen nicht über die Kanäle“, sagt Geschäftsführer Guido Haß.
Die notwendige Erneuerung eines Seeventils am Rumpf des Dampfers müsse daher auf Frühjahr verschoben werden. Der Wasserstand in Wendisch Rietz lag am Freitag 37 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert. Die Tendenz immerhin ist leicht steigend: Am 20. Oktober wurde ein noch drei Zentimeter niedrigerer Pegel gemessen.
Die Berufsschifffahrt auf der Spree-Oder-Wasserstraße ist dank der Schleusen so gut wie gar nicht betroffen, sagt Stefan Sühl, Sachbereichsleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin. Lediglich auf einer Drei-Kilometer-Strecke in Berlin wurde die zulässige Tiefe, also der Wert, um den die Schiffe ins Wasser einsinken dürfen, um 10 Zentimeter abgesenkt, von 2 Metern auf 1,90 Meter. Die Folge ist, dass die Schiffe weniger Ladung transportieren können. Weil jeder Schleusungsvorgang dazu führt, dass Wasser von oben nach unten abgegeben wird, bemüht sich das WSA in den Zeiten knapper Wasservorräte um Sammelschleusungen, um die Wasserverluste zu begrenzen.
Den Grabensystemen, etwa denen in der Gemeinde Steinhöfel, bescheinigt Thorsten Weidner, Geschäftsführer des Wasser- und Landschaftspflegeverbandes, eine große Trockenheit. „Das ist ein Problem für die Landwirte“, sagt er. Der Effekt, dass der Einsatz der Technik für die Grabenpflege unkomplizierter ist, wiege die gravierenden negativen Auswirkung nicht auf.
Bei der Spree verhält es sich etwas anders. Rein optisch fallen zwar in Hangelsberg weit aus dem Wasser ragende Stege auf, in Neu Zittau dagegen sieht der Fluss relativ normal aus. Wie Jens-Uwe Schade, Pressesprecher vom Umweltministerium Brandenburg auf Nachfrage sagte, sei es bei der Spree gelungen, den Wasserhaushalt möglichst stabil zu halten.  Dazu beigetragen habe die länderübergreifende Bewirtschaftung im Zusammenspiel mit Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin – im Verbundsystem der Talsperren Spremberg, Bautzen, Quitzdorf sowie dem Speicherbecken Lohsa I und der Abflusssteuerung des Schwielochsees.
Peter Meng, Inhaber der Fischerei „Löcknitzforelle“, hatte nach eigenen Angaben keine größeren Probleme. Wer Teichwirtschaft betreibe, habe da mehr ausgleichen müssen, sagt er. Das bestätigt Thomas Mandrek von der Forellenzuchtanlage Klein Wall. Wegen der hohen Temperaturen und der fehlenden Niederschläge sank der Sauerstoffgehalt in den vier Angelteichen. „Wir mussten mehr belüften, das Wasser umpumpen, was wir an der Stromrechnung merken werden.“ Die Fischerei habe darauf auch mit weniger Besatz reagiert, um Verluste gering zu halten.  „Guten Zulauf bei Anglern hatten wir trotzdem.“ Als Alternative konnte ja zugekauft werden.