Elon Musk steht in Zimmermannsmontur auf einer Bühne und bedankt sich bei den Bauleuten seiner Gigafactory. Diese Bilder liefen am frühen Freitagmorgen über Twitter. Bevor der Teslachef in der Nacht wieder in die USA flog, hat er mit den Bauleuten wohl noch gefeiert. „Giga Berlin Mannschaft. Vielen Dank für ihre hervorragende Arbeit an Giga Berlin!!“ hat Musk getwittert.
Die vage Information vom Richtfest am Freitag, die am Mittwoch von einem Mitarbeiter der Baustelle verbreitet worden war, war wohl nur ein Gerücht. Tesla hatte es nicht bestätigt. Gefeiert wurde dann offenkundig unter den Bauleuten. Der Richtkranz schwebte schon am Donnerstag über der Baustelle. Ein Partyzelt war schon einige Tage im Voraus aufgebaut worden.

Bürgermeister von Grünheide nicht dabei

Grünheides Bürgermeister Arne Christiani war am Donnerstagabend nicht mit dabei. Es sei aber klar gewesen, dass es ein „ganz internes Fest ohne geladene Gäste“ sein würde, sagte Christiani am Freitag. Eine Einladung habe er nicht erhalten. Wäre diese noch kurzfristig eingetrudelt, „wäre ich innerhalb von drei Stunden da gewesen“, ergänzte Christiani, der diese Woche im Urlaub und gar nicht in Grünheide ist. Auch im Landratsamt ging keine Einladung zum Richtfest ein, sagt Christian Stauch, der persönliche Referent des Landrates.

Lkw-Fahrer erzählt von Baustelle

„Ich hätte mir das Richtfest schon gern angeguckt“, gesteht ein Lkw-Fahrer, der das neue Fabrikgelände unzählige Male angesteuert hat. Seinen Namen und die Firma, für die er arbeitet, möchte er nicht nennen. „Ich finde es gigantisch, wie schnell das alles geht“, sagt der 50-Jährige. „Der Musk ist zwar ein bisschen überdreht, aber ich finde das gut, wie der das Ding da hinzaubert.“ Vor allem, wenn man die Geschwindigkeit mit dem Bau des Flughafens BER in Schönefeld vergleiche. „Da hatte ich 2001 meine erste Tour hin und der ist immer noch nicht offen“, sagt der Brummi-Fahrer und lacht.

Personalausweis beim Wachschutz abgeben

Auch bei der Tesla-Baustelle habe er mit zu den ersten auf dem Gelände gehört. Schon als die ersten Wege angelegt wurden, sei er dabei gewesen. „Anfangs, als der Wald noch stand und die Baumbesetzer da waren, musste man immer seinen Personalausweis beim Wachschutz abgeben“, erinnert er sich. Jetzt werde nur noch das Nummernschild notiert und bei der Abfahrt wieder aus der Liste gestrichen. Am Donnerstag, sagt der 50-Jährige, sei er zufällig am Baustellengelände vorbeigekommen. Die Fotografen habe er vor dem Gelände stehen sehen, Elon Musk aber leider nicht.