Das Ensemble um das kurfürstliche Jagdschloss könnte die Attraktion in Fürstenwalde werden. Ein besonderer Ort mit Blick auf die Spree, der Besucher und Bewohner der Stadt gleichermaßen zum Verweilen einlädt – auch in Anbetracht der jüngsten Planungen zum Außenbereich. Denn dort, wo nach Wunsch des Investoren-Paars Smura ein Parkplatz sein sollte, ist Raum für Neues, weil die Stadt sich 2019 von den Investoren trennte. Diese wollten die Nachbargebäude entwickeln und das Schloss pachten. Das Schloss gehörte die ganze Zeit der Stadt.
Im Stadtentwicklungsausschuss am Dienstagabend sollte beraten werden, wie die Außenanlagen des Schlosses nun gestaltet werden sollen. Und auch der geplante Anbau war Thema. Beides sorgte für Diskussion.

Denkmalschutz und Kosten lenken die Planung

„Wo sind den jetzt die Stellplätze?“, warf Carsten Fettke in den Raum. Der ehemalige Fachgruppenleiter für Bau- und Liegenschaftsmanagement sitzt jetzt als sachkundiger Bürger im Ausschuss. Fettke war unter anderem mit der Sanierung des Jagdschlosses betraut gewesen. Er habe sich schon damals gewundert, warum die Abgeordneten der Auslagerung der Parkplätze zustimmten, ohne eine Ersatzfläche gesichert zu haben.
Ausschussvorsitzender Stephan Wende (Linke) wies darauf hin, dass der Kauf einer Fläche der Firma Geoclimadesign in der Lindenstraße, um diese als Parkplatz zu nutzen, die Grundvoraussetzung für den damaligen Beschluss bildete. „Ich gehe davon aus, dass das realisiert wird, denn das war, was der Bürgermeister uns damals vorgetragen hat“, sagte er und erlaubte sich den Scherz, dass man ohne einen Nutzer ja auch keine Parkplätze brauche.

Ende 2022 verfällt die Förderung der EU

Für Gernot Geike (CDU) liegt jedoch genau darin das Grundproblem. Denn das Jagdschloss lasse sich kaum vermarkten. „Wir haben aktuell niemanden, der es nutzen will..“ Monatelang sei über irgendwelche fiktiven Lösungen diskutiert worden. Auch die aktuelle Debatte um die Außenanlagen halte er für überflüssig. Die Stadt solle sich jetzt auf den Abschluss der Arbeiten am Jagdschloss konzentrieren, um nicht in die Gefahr zu geraten, die Fördergelder zurückzahlen zu müssen.
Doch ohne Außenanlagen geht es nicht, betonte der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Christfried Tschepe. Denn die sind Teil der Förderbedienungen. Die Förderperiode der EU läuft Ende 2020 aus, erklärte er, doch dann gebe es noch zwei Jahre Nachlaufzeit. „Es steht uns nur noch dieser Zeitraum zur Verfügung, um das Jagdschloss mit Außenbereich zu realisieren“, sagte Tschepe.

Funktionsanbau kann derzeit nicht errichtet werden

Doch auch der Zeitplan für den geplanten Anbau mit Funktionsräumen, wie Küche, Toiletten und Haustechnik, ist alles andere als sicher. Die Abstandsfläche des Gebäudes reiche in das Nachbargrundstück hinein. Normalerweise ließe sich dies über Absprachen klären, berichtete Tschepe. Doch damit scheint es Schwierigkeiten zu geben. „Wir haben da noch ein kleines Problem zu regeln“, sagte er. Im Moment kann das Gebäude nicht errichtet werden. Um die Stadt abzusichern, soll ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Darin werde das Abstandsgebot mittels festgelegter Baulinien ausgehebelt. Das sei keine Änderung der Planung, sondern diene der Umsetzbarkeit, so Tschepe.

Große Garten Anlage geplant

Zur Frage der Stellplätze musste Christfried Tschepe berichten, dass es im Moment zu dem Grundstück an der Lindenstraße keine Entscheidung gebe. Thomas Fischer (BFZ) verteidigte indes den damaligen Beschluss, die Stellplätze auszulagern. „Egal was für Außenanlagen dort entstehen, sie sind immer noch besser als ein Parkplatz“, sagte er.
Als Varianten für die Gestaltung der Außenanlagen des Jagdschlosses stehen derzeit ein Amphitheater, ein Kräuter- und Obstgarten, ein Kräuter- und Lesegarten, ein Lesegarten mit Stufen oder und ein Garten mit großem Wasserbecken im Raum.

Fortschritt bei der Dachsanierung


Die Dachfläche des Jagdschlosses ist inzwischen zu 90 Prozent gedeckt, erklärt Christfried Tschepe, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung der Stadt Fürstenwalde, den aktuellen Stand der Sanierung. Auch die Dachrinnen seien zu 90 Prozent fertiggestellt. Die Arbeiten an den Kehlen, also den Stellen, an denen zwei Dachflächen aufeinandertreffen, sind demnach zur Hälfte abgeschlossen.

Jedoch seien die Klempnerarbeiten an den Schornsteinköpfen und an den Ziergiebeln etwas in Verzug geraten. „Wir gehen davon aus, dass die wesentlichen, großflächigen Dacharbeiten in den nächsten zwei Wochen abgeschlossen sein werden“, sagt Tschepe. Die diversen Feinarbeiten, insbesondere der Klempner , sollen bis spätestens Ende Oktober fertig werden. ans