Im zweiten Durchgang waren die Schüler des Tutoriums 12/2 an der Reihe. Schulleiterin Sabine Jentzsch erinnerte an ihren Start am Gymnasium vor sechs Jahren. 125 Mädchen und Jungen gehörten damals den siebenten Klassen an, 76 von ihnen sind bis zum Abitur an der Schule geblieben. "Die Spitzenreiter von damals sind auch die Besten von heute", berichtete sie. 33 Schüler erreichten demnach einen Einser-Durchschnitt. Jahrgangsbeste sind Nina Marie Berndt mit einem Durchschnitt von 1,1 sowie Christopher Kohn und Robert Kerber, die auf eine Durchschnittsnote von 1,2 kamen. Überhaupt sei dem Jahrgang 2020 mit 2,14 "ein sensationeller Durchschnitt" gelungen.
Den Schülern dieses Jahrgangs ist es zu verdanken, dass das Geschwister-Scholl-Gymnasium seit Dezember 2018 den Titel "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage" tragen darf. "Die Initiative ging von den Schülern aus, erinnert sich Lehrerin Sylke Weise, die das Projekt begleitet. Als Patin wurde Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gewonnen. Ehrensache, dass sie den Abiturienten einen Gruß zukommen ließ, Sylke Weise verlas die Worte der heutigen Ministerin, die in Briesen aufwuchs und am später mit dem Scholl-Gymnasium zusammengelegten Werner-Seelenbinder-Gymnasium 1997 das Abitur bestand. In ihrem Grußwort ermunterte sie die Absolventen, sich auch nach der Schule weiter zu engagieren, sich gegen Ausgrenzung und Rassismus einzusetzen. Mit ihrer Initiative hätten sie "unglaublich viel geschafft und geschaffen". Josephine Halecker und Josefine Kronberg wurden bei der Abiturfeier des Tutoriums 12/2 für ihr Engagement geehrt.
Sylke Weise ist nicht bange, dass das Projekt fortgesetzt wird. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens 70 Prozent aller Schüler, Lehrer, Hausmeister und Küchenkräfte mit ihrer Unterschrift Zustimmung bekunden. Von den jetzigen 7. Klassen hätten 95 Prozent der Schüler unterschrieben.

Luftballon zum Abschied

Am Scholl-Gymnasium ist es Brauch, die Siebtklässler mit einem Luftballon zu begrüßen. Den bekamen die Absolventen dieses Jahres auch zum Abschied. Dazu gab es eine Tasse mit einem Foto der Schule und einen Büchergutschein. Bezahlt wurden die Präsente mit Geld, dass die Schüler der Jahrgangsstufe 11 eigentlich für den Abiturball beim traditionellen Weihnachtskonzert eingenommen haben.
Statt wie üblich mit den Mitschülern wurde nun ganz in Familie gefeiert. Das hatte Oliver Lehmann am Sonntag vor, weil dann auch sein älterer Bruder dabei sein konnte. Im August geht es für den Abiturienten weiter. Dann beginnt seine Ausbildung zum Vermessungstechniker in Strausberg. Anschließen möchte er ein Studium der Geodäsie oder Geomatik.
Schulleiterin Jentzsch und Oberstufenkoordinatorin Margit Skala – für beide war es übrigens die vorletzte Abiturfeier in ihrer Lehrer-Laufbahn – sind sich sicher, dass die Abiturienten des Jahrgangs 2020 ihren Weg gehen werden. Erst einmal freuen sie sich aber auf den Sommer. Die Arbeit unter Corona-Bedingungen sei auch für das Kollegium enorm kräftezehrend gewesen, sagt die Schulleiterin. "Wir brauchen jetzt Ferien."