Die Laune bei den Frauen, die am Montagnachmittag an der Scharmützelseehalle in Bad Saarow ankommen, ist prächtig. „Wir holen uns ein kleines Stück Normalität zurück“, formuliert Waltraud Schulze, die Vorsitzende der Ortsgruppe der Awo, in ihrer kurzen Ansprache. Ihre kleine Rede gibt es, weil es ein besonderer Tag ist.
Zum ersten Mal nach knapp sechsmonatiger Pause wegen der Corona-Pandemie trifft sich die Sportgruppe der Bad Saarower Awo wieder zu einer gemeinsamen Übungseinheit. „Wir freuen uns, dass wir uns wieder bewegen können. Denn gerade das ist wichtig, damit wir gesund bleiben“, sagt Schulze.

Blumenstrauß zum Abschied

Dann überreicht sie auch noch einen kleinen Strauß Blumen, denn die langjährige Übungsleiterin, Gudrun Müller-Berg, hat sich mit 80 Jahren aus Altersgründen zum Aufhören entschlossen. „Ihr wart eine gute Truppe“, lobt diese zum Abschied. Damit einher geht ein Generationswechsel, denn künftig liegt das Training in Händen der 35-jährigen Ulrike Schneider. Eine familiäre Verbindung hat das zustande kommen lassen; Ihre Mutter Kerstin Schneider ist aktives Mitglied der Gruppe.
„Die Rolle der Trainerin ist neu für mich“, gesteht Ulrike Schneider. Erfahrung habe sie aber aus vielen Jahren als aktive Tänzerin im Tanzkreis Fürstenwalde. Bei ihrer ersten Einheit will sie mit Gleichgewichtsübungen anfangen. Dank der Unterstützung durch einen Sponsor konnte die Awo dafür neue Balancekissen anschaffen. Alles Weitere will Ulrike Schneider auf sich zukommen lassen. „Wir können auch Stepbretter nutzen. Aber erst muss ich sehen, wer welche körperlichen Möglichkeiten hat“, sagt sie.

Kleine Geschenke für die Mitglieder

Während der Corona-Pause hielten sich viele der Senioren individuell fit. „Wir waren zweimal pro Woche zum Walken rund um den Annenhof unterwegs“, erzählen Angelika und Christian Drechsel. Kerstin Schneider und ihre Tochter Ulrike legten sogar fast jeden Tag fünf bis sechs Kilometer mit schnellem Laufen zurück, wie sie berichten. Andere trugen Sorge, dass das Vereinsleben in der Zeit, in der man sich nicht treffen konnte, nicht komplett zum Erliegen kam.
„Ich habe viel telefoniert“, erzählt Monika Weiß, die sich bei der Bad Saarower Awo um die Chronik und um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. „Aber jetzt ist es schön, sich auch wieder zu sehen.“ Zu Ostern und zu Pfingsten verteilte die Vorsitzende Schulze kleine Briefe an alle rund 150 Mitglieder der Ortsgruppe. Garniert waren sie mit einem kleinen Schokoladen-Osterhasen und einem essbaren Marienkäfer als Präsent. „Die Mitglieder sollten merken, dass wir da sind. Wir haben auch Hilfsangebote gemacht.“

Auch andere Angebote starten

Die Sportgruppe trifft sich ab sofort wieder jeden Montag ab 14.30 Uhr und jeden Mittwoch ab 17.30 Uhr zu ihren einstündigen Sport-Einheiten in der Scharmützelseehalle. In der Regel kommen etwa zehn bis 15 Teilnehmer, berichtet Schulze. Alle Awo-Mitglieder sind willkommen, für Externe ist ein Schnuppertraining möglich. Auch die anderen regelmäßigen Angebote werden der Bad Saarower Awo werden wieder hochgefahren.
Die Bowlinggruppe trifft sich alle zwei Wochen – zum ersten Mal nächste Woche Dienstag – ab 14 Uhr auf der Strikers-Anlage in Fürstenwalde, neben dem Spaßbad Schwapp. Immer freitags ab 9 Uhr findet der Fitness-Treff in der Saarow-Therme statt. Die Wassergymnastik in der Therme ist noch in Vorbereitung. „Wir müssen noch klären, wie groß unsere Gruppe dort sein darf“, so die Vorsitzende.
Auch an ihren Plänen für ein neues Angebot will sie festhalten: Im März sollte eigentlich erstmals ein Senioren-Kino im neuen Cinema in Bad Saarow stattfinden – Corona kam dazwischen. „Ich werde dazu noch Gespräche mit dem Kino-Betreiber führen“, kündigt Schulze an. Grundsätzlich sehe sie sich aber auch weiterhin vor einem schwierigen Spagat. „Wir wollen so viel machen wie möglich. Aber wir gehören auch alle zur Risikogruppe. Es darf niemand krank werden.“