Vorbereitungsgruppe ist der schulpolitische Begriff für die sogenannten Begrüßungsklassen, in der Flüchtlingskinder zusammengefasst sind, die sich zunächst in diesem Land und vor allem in der deutschen Sprache zurechtfinden müssen. "Sie sind erst ein halbes Jahr in der Schule", erzählt die Leiterin, Ines Tesch. Und fügt sofort hinzu: "Aber nicht nur ihr Film war toll, sondern auch die der anderen beiden Klassen." Denn ebenfalls um den Filmpreis beworben haben sich die 5 a und b. "Ich bin auf alle Kinder und die Kollegen richtig stolz." Dem schloss sich Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst an: "Ich finde es wunderbar, dass man sich in der Sigmund-Jähn-Grundschule der Sache angenommen und bewiesen hat, dass jedes Kind Talente hat, egal woher es kommt."
Mit Kollegen meint Ines Tesch vor allem die Klassenlehrer Ines Rattey, Ria Jänicke und Falah Al-Rubaiey. Letzterer stammt aus dem Irak und ist für die Vorbereitungsgruppe 2 zuständig. Über Monate haben sie alle gemeinsam an den Filmen gearbeitet, unterstützt von Fachleuten. Die Kinder waren nicht nur Schauspieler, sie haben sich das Drehbuch ausgedacht, standen hinter der Kamera und hielten auch das Mikrofon.
Das Sieger-Team wählte als Grundlage für seinen Film den Artikel 31 der UN-Kinderrechte: das Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung. Im Urteil der Jury wurde den Kindern nicht nur Anerkennung gezollt für ihren Mut, sich trotz der sprachlichen Hürden diesem Filmprojekt gestellt zu haben. Sie lobte auch, dass sie ein sehr realistisches Szenario wählten - den Mangel an Spielplätzen - und gleichzeitig einen Ausweg aus der Misere zeigten und es mit ihrem Recht auf Partizipation durchsetzten.