Das kleine Dorf Alt Madlitz besitzt einen der schönsten Landschaftsgärten Brandenburgs. Auf Initiative von Friedrich Ludwig Karl Graf Finck von Finkenstein (1745-1818), der Alt Madlitz als Wohnsitz auserkoren hatte,  ist der Garten in fünf Teile gegliedert. Geschwungene Wege führen durch eine Anlage mit uraltem Baumbestand. Große Eiben und Buchsbäume sind dabei kostbare Gewächse. Auch die höchste Rosskastanie Brandenburgs ist dort zu finden.
Julia Hoffmann wurde durch einen Reiseführer über „Englische Gartenkunst im Märkischen“ auf das Kleinod aufmerksam. „Ich liebe Gärten und Parks“, sagt die Berlinerin, die daraufhin ihre nächsten Urlaubstage in Alt Madlitz plante. „In Berlin gibt es zwar auch Parks, aber die sind meist völlig überlaufen“, sagt die 34-Jährige, die Natur pur, Ruhe und Stille bevorzugt. Bei ihrem Spaziergang durch den Landschaftsgarten am Schloss Alt Madlitz hat sie schnell ihren Lieblingsplatz auf einer Wiese vor dem weißen Tempel mit weitem Blick auf die Anlage gefunden. Mit einem Buch macht es sich Julia Hoffmann gemütlich und genießt die uralte Kultur und unberührte Natur.
Mit dem Regionalexpress gelangt man schnell von der Hauptstadt ins märkische Briesen. Von dort aus sind es nur wenige Kilometer – per Rad oder zu Fuß – bis nach Alt Madlitz. Der gut ausgebaute Weg führt durch Wälder.  Ungefähr in der Mitte trifft man auf das idyllisch am See gelegene Gut Klostermühle – eine gehobene Hotelanlage mit Theaterforum und Spa–Bereich. Hier können die Gäste und Tagestouristen ein rustikales Mahl aus der Klosterscheune mit Blick auf den See genießen. Auch eine historische Wassermühle dreht unermüdlich ihre Runden.  Nach der Stärkung radelt oder wandert man weiter bis zum Schlosspark Alt Madlitz. Dort gibt  es viel zu entdecken. Nach dem großen Rundweg kann man ins Parkcafé, das am Wochenende geöffnet hat, einkehren.
12 Kilometer weiter liegt das spätklassizistische Steinhöfler Schloss  mit seiner englischen Parkanlage. Als Schöpfer wird Johann August Eyserbeck vermutet, Sohn des Wörlitzer Gartenarchitekten Eyserbeck und unter Friedrich Wilhelm II. späterer preußischer Hofgärtner.  Das Ensemble gehörte schon immer zu den schönsten Adelssitzen in der Mark. Mit der Errichtung eines Herrenhauses durch die Adelsfamilie von Wulffen 1730 beginnt die Schlossgeschichte. Die Familie des Oberhofmarschalls Valentin von Massow, die ab 1790 Besitzer der prächtigen Anlage war, prägte das Aussehen von Schloss, Park und Dorfanger zu einer einheitlichen Anlage, wie sie heute zu sehen ist. Unter den Landschaftsgärten der Mark gilt der Park Steinhöfel als der künstlerisch bedeutendste. Er diente als Vorbild für königliche Gärten, verzauberte den Brandenburg-Reisenden Fontane und besticht durch die besondere Kombination von Baumgruppen, weitem Blick auf Feld und Wald, Wiesen, Gewässer und kleineren Bauten.
Bernd Gläser aus Buchholz ist oft im Steinhöfler Park mit dem Fahrrad und Enkel Levin im Anhänger unterwegs. Er genießt bei seinen Touren die Anlage mit Wasserläufen über die alte Brücken führen. „Die uralten, seltenen  Bäume sind großartig und spenden viel Schatten“, sagt der Buchholzer begeistert.

Informationen

■Anfahrt: Mit dem Regionalexpress von Berlin oder Frankfurt am Haltepunkt Briesen aussteigen. Dann weiter vier Kilometer  über die L38  bis nach Alt Madlitz oder den Radweg durch den Wald über Gut Klostermühle nutzen.  Das Schloss und der Park befinden sich am Ende des Dorfes. Wer über die A12 kommt, nimmt die Ausfahrt Briesen.

■Fürs leibliche Wohl: Das Gut Klostermühle in Alt Madlitz bietet rustikale und gehobene Speisen mit regionalen Zutaten, spezielle Mittagskarte, Kuchen und Kaffeespezialitäten.

Im Schloss Steinhöfel wird gehobene Gastronomie angeboten. Das Alte Amtshaus in Steinhöfel  bietet im Garten  Kaffee, Kuchen, Eis und Imbiss an, außerdem wechselnde Ausstellungen. Wer es lieber italienisch mag, kann im Restaurant „Forchetta“ einkehren.