Der Pianist (70) tourt derzeit im Rahmen seines 40-jährigen Bühnenjubiläums durch Deutschland. In Fürstenwalde sagte er so kurzfristig zu, dass sein Auftritt nichteinmal im Halbjahresflyer der Kulturfabrik steht. "Wir wollten erst den Ratskeller nutzen, aber aufgrund seiner Band und den hoffentlich vielen Fans haben wir uns doch für unseren Musikkeller entschieden", sagte Kufa-Chef Klaus-Peter Oehler.
Er sollte Recht behalten. Knapp 90 Besucher wollten sich den Auftritt von Paul Millns als Sänger, Songwriter und Pianist nicht entgehen lassen. "Das ist doch super für einen Sonntagnachmittag." Begleitet wurde der Musiker, der in London lebt, von Vladi Kempf an den Drums, Ingo Rau am Bass und Butch Coulter an Bluesharp und Gitarre. Die gestandenen Musiker boten über zwei Stunden lang ein abwechslungsreiches Programm. Das es dabei statt Bier zur frühen Stunde vorrangig Wasser auf der Bühne gab, tat der Spielfreude keinen Abbruch. Das Agieren der Musiker und der unverwechselbare Gesang von Millns mit seinen tiefsinnigen Texten über Liebe aber auch aktuelle politische Themen kamen durchweg gut an. Gespielt wurden viele alte Stücke, aber auch aktuelle Songs aus Millns mittlerweile 15. Album "Gone again". Rockiges und Balladen, Soul und Blues honorierten die Zuhörer rege mit viel Applaus und Jubelrufen. "Was für eine tolle Stimme er noch hat", raunten viele. "Es war wunderbar. Ich mag aber eher die älteren Songs und wollte immer so Klavierspielen wie Paul, habe es nur nie gelernt", erklärte Gerold Sachse (Fürstenwalde). Die Musiker betonten am Ende, man komme gern wieder.