Mit einem Blick in die Online-Plattform Maerker der Stadt Fürstenwalde wird schnell deutlich, dass herrenloser Müll kein Einzelfall ist. Immer wieder werden dort Beschwerden von Anwohnern und Passanten eingestellt. Auch bei der Stadt ist klar: Das Problem nimmt zu. "Zurzeit finden wir mehr Sperrmüll auf unseren Straßen", erklärt Sprecherin Anne-Gret Trilling.
Illegalen Müll melden
Dabei haben sich im Stadtgebiet Schwerpunkte herausgebildet, an denen immer wieder illegal Müll entsorgt wird. Wo diese sind, will die Stadtverwaltung nicht nennen, um nicht noch weitere Müllsünder zu animieren. Trilling bittet Bürger, die unrechtmäßig entsorgten Abfall entdecken, diesen an die Stadtverwaltung zu melden. "Bürger sollten ihre Feststellungen über den Maeker, die Maerker-App, oder direkt dem Ordnungsamt über die Rufnummer 03361 557 523 mitteilen", erklärt sie. Dann würde das Ordnungsamt versuchen, den Verursacher zu ermitteln. Dazu werden Beweismittel vor Ort gesichert, eventuellen Zeugen, wie zum Beispiel Nachbarn, sowie die Vermieter der umliegenden Gebäude befragt.
Besonders eine Stelle im Stadtgebiet taucht immer wieder in den Beschwerden auf. So schrieb ein Bürger auf der Online-Plattform zuletzt: "In der Frankfurter Straße an der Zufahrt zum Parkhaus Töpfergraben wächst seit mindestens vier Wochen wieder der Sperrmüllberg!" Bereits Anfang März gab es eine ähnliche Meldung. Der Müll, der dort abgeladen wird, ist für die Anwohner zum Ärgernis geworden.
Für Frust sorgt das Thema auch bei Stadtforstdirektor Thomas Weber. "Wir haben jeden Monat damit zu tun", berichtet er. Vor zwei Wochen hätten sie Asbestplatten im Wald gefunden. "Das ist ein echtes Problem", sagt Weber. Den gefährlichen Fund habe er der Oberförsterei Erkner gemeldet, die für die Entsorgung aus dem Wald zuständig sei. Zu finden gibt es im Fürstenwalder Wald so einiges – Fernseher, Möbel und Kühlschränke seien dabei. Kleinere Sachen entsorgt der Stadtforst selbst, größere Abfallmengen werden der Oberförsterei gemeldet.
KWU holt wieder Sperrmüll ab
Wie stark das illegale Abfallabladen in den vergangenen Monaten zugenommen hat, lässt sich derweil nicht genau beziffern. "Da wir uns in den letzten zwei Monaten vorrangig mit der Umsetzung der Eindämmungsverordnung befassten, hatten wir unsere Aktivitäten im Zusammenhang mit Sperrmüll auf ein Minimum reduziert", sagt Stadtsprecherin Trilling. Daher könne man keinen repräsentativen Vergleich ziehen.
Dass es einfachere Möglichkeiten gibt, seinen Müll loszuwerden, als ihn in den Wald zu fahren, darauf weist Martina Polster, Sprecherin der KWU-Entsorgung, hin. "Wer zeitnah seinen Sperrmüll entsorgen möchte, kann direkt zum Wertstoffhof Alte Ziegelei nach Alt Golm fahren." Mittlerweile werde auch der Abholservice für Sperrmüll wieder angeboten. Der sei aber aufgrund der großen Nachfrage mit längeren Wartezeiten verbunden. "Wir können garantieren, dass jeder einen Abholtermin erhält", sagt Polster. Auch, wenn es nicht der zeitnahe Wunschtermin sei.