Gleichwohl blieb Schöneiches Trainer Tom Persich realistisch. "Das ist es eine schöne Momentaufnahme". Zwar wird der Anblick der Tabelle die Anhänger entzücken, aber es lässt sich beim Abschweifen in die unteren Regionen erkennen, dass Euphorie fehl am Platze ist. Schließlich sind die bisherigen Kontrahenten der Schöneicher jenes Duo, welches als einziges noch keinen Punkt an den beiden Spieltagen ergatterte. Ein Umstand der Sorgenfalten auf die Stirn von Babelsbergs Trainer Matthias Stuck zauberte: "Unser Ziel kann nur lauten, am Ende drei Teams hinter uns zu lassen."
Worin seine Probleme liegen, zeigte sich in Schöneiche. "Wir haben zu selten Zugriff aufs Spiel bekommen, waren zu wenig präsent", kritisierte Stuck. Das lag auch an engagierten Platzherren, bei denen indes nicht alles Gold war was glänzte. Das überraschte kaum aufgrund der personellen Schieflage im Kader mit drei gesperrten (Paul Mitscherlich, David Karlsch, Christian Fiedler) potentiellen Stammspielern und einigen angeschlagenen Kräften.
"Die Partie war wie ein langes Tennisspiel. Da gibt es auch immer starke bzw. schwache Phasen", analysierte Persich. Ein Auf war die Anfangsphase in der die Babelsberger, vor allem Innenverteidiger Sascha Herbst, den Platzherren in die Karten spielten. Erst foulte er Germanias nimmermüden Neuzugang Alexander Schadow im Strafraum. Der quirlige Gordon Karras verwandelte den Elfer sicher zum 1:0 (3.). Dann hat Herbst Glück, dass ein Foul von ihm an Karras nicht einen weiteren Elfmeter verursachte, weil Schiedsrichter Matthias Alm (FV Union Fürstenwalde) beide Augen zudrückte (4.). Karras vergab anschließend die größte Chance, als er den freistehenden Schadow sträflich missachtete und an Torwart Marc-Philipp Zuch scheiterte (7.). Allerdings machte er seinen Faux Pas wett, als er nach einer Ecke von Daniel Wahl völlig ungehindert das 2:0 per Kopfball erzielte (9.). "Die zwei schnellen Tore waren die halbe Miete", wusste Persich.
Vielleicht folgte auch deshalb ein deutliches Tief. Die Gäste hatten indes nur einen dribbelnden Ramy Raychouni zu bieten. Schön anzusehen, aber wenig effektiv. Schöneiche verwaltete den Vorsprung und profitierte kurz vor der Pause von der nächsten Unachtsamkeit der Babelsberger, als diese Schadow vor seinem strammen Torschuss, den Zuch nicht mehr um den Pfosten lenken konnte, den Ball in die Füße spielten (40.).
In der zweiten Hälfte versuchten die Gäste unverzagt, ein Tor zu erzielen. Aber der eingewechselte Tilman Käpnick scheiterte mit einem an ihm selbst von Marco Muss verursachten Elfmeter am glänzend reagierenden Germania-Torwart Daniel Klose (55.). "Wer weiß, was passiert wäre, hätte Klose nicht pariert", sinnierte Persich. Zumal der junge Muss nach einem Foul Gelb-Rot hätte sehen können (65.) Es blieb beim 3:0, sodass die Schöneicher derzeit allein ganz oben stehen.
Germania Schöneiche: Klose - Kulecki, Huppert, Fitkau, Muss (70. Seifert) - Tuchtenhagen, Lorenz - Wahl, Karras, Hörig (88. Enrico Karlsch) - Schadow
SV Babelsberg II: Zuch - Fuchs, von Piechowski, Herbst (74. Kantak), Kinsky - Kim, Bundschuh, Neuschäfer-Rube, Knoblauch (46. Käpnick) - Schmidt (70. Agwaze), Raychouni