Brennpunkt Parkplatz

Nicht nur für Silva ist der große Parkplatz am Spreeufer ein netter Komfort. Viele Fernkraftfahrer nutzen das geräumige Oval für ihre Pausenzeiten, einige kehren dort sogar am späteren Abend für mehrstündige Nickerchen ein. Hin und wieder sind dort auch geparkte Pkw und Wohnmobile zu sehen. Für letztere setzt sich seit etlichen Monaten die Fürstenwalder FDP-Fraktion ein. Wohnmobile sollen einen extra ausgewiesenen Stellplatz bekommen. Ihre erste Wahl fiel auf den Spreeparkplatz.
"Die Wassernähe ist optimal", begründete Gordon Starcken von der FDP zum Beispiel im Stadtentwicklungssausschuss am 26. Mai. Doch die übrigen Abgeordneten hatten Einwände. Ein Wesentlicher: Im jetzigen Zustand sei der Parkplatz zu verdreckt, um diesen für eine touristische Teilnutzung anzubieten. "Wir haben Probleme durch die LKW-Fahrer", sagte Christfried Tschepe von der Stadtentwicklung. Der Kommunalservice drohe sogar damit, die Pflege der Grünflächen einzustellen, weil diese so "verkotet" seien.
Das bestätigt Susanne Kleinschmidt vom Grünflächenamt: "Man tritt rein, fasst rein oder es spritzt beim Mähen herum." Jedoch nimmt Kleinschmidt auch die Hundehalter in die Verantwortung, die offenbar zu selten von den Kottüten Gebrauch machen.
Am Ende einigten sich die Abgeordneten darauf, den Parkplatz bei der Bullenwiese in der Nähe des Arbeitsamts für fünf bis sieben Wohnmobile kurzzeitig zur Verfügung zu stellen, was am 18. Juni in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde.
Doch was wird nun aus dem Spreeparkplatz? Dieser sei im jetzigen Zustand ein "Schandfleck", befindet Gerold Sachse (Linke). Die zentrale Lage mache den Fleck eigentlich zum Filetstück, "ein idealer Standort für gehobene Wohnbebauung", so der Abgeordnete. Im integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) sei eine Bebauung aber nicht geplant, sagte eine Sprecherin der Stadt. Jedoch wären "Anpassungen und Qualifizierung des bestehenden Angebots zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in diesem Bereich vorgesehen."
Davon lässt sich ableiten, dass sich Fernfahrer wohl vorerst nicht zu sorgen brauchen, den Spreeparkplatz räumen zu müssen. "Ich hatte gerade nur noch vier Minuten Lenkzeit. Wenn es immer weniger Stellflächen gibt, führt das doch nur dazu, dass wir noch mehr die Zeit überschreiten", beschwert sich ein Lkw-Fahrer, der am Donnerstag dort Rast machte. Auf Nachfrage, wo er denn seine Notdurft verrichtet, lächelt er: "Nicht hier. Für solche Geschäfte habe ich ganz woanders Stellen."