Das Friesenstadion, Heimstatt des Fußball-Oberligisten FSV Union Fürstenwalde, entwickelt sich langsam zu einer Alten Försterei im Kleinformat. Nach dem bereits 500 grüne Sitzschalen aus dem Stadion des Zweitligisten 1. FC Union Berlin ihren Platz fanden, hat der FSV nun das frisch abmontierte Dach der Haupttribüne erworben.
Unscheinbar stapeln sich auf dem Fußball-Hartplatz im Friesenstadion große Stahlwinkel, graue Stahl-Stützen und Dachplatten. Umgeben von einem Maschendraht, an dem ein weißer Zettel mit schwarzer Schrift hängt - Betreten unter Lebensgefahr verboten. Das soll abschrecken, denn das Wirrwarr auf dem Schotter ist in Wirklichkeit ein kleiner Schatz - das ehemalige, im Jahr 2000 gebaute Dach der Haupttribüne aus dem Stadion Alte Försterei des Bundesligisten 1. FC Union Berlin.
Das Dach hat der Fußball-Oberligist FSV Union Fürstenwalde erworben und von der Firma, die auch den Neubau der Tribüne in Berlin-Köpenick organisiert, abmontieren lassen. Mit acht Lastwagen eines Sponsors sind die Teile in den vergangenen Tagen nach Fürstenwalde gelangt. Normal kostet der Neubau eines Daches für die Haupttribüne im Friesenstadion rund 400 000 Euro. Viel zu viel für den Verein. Doch Manager Sven Baethge hatte den Erwerb des Dachs der Alten Försterei, aus der auch die Bestuhlung im Friesenstadion stammt, schon lange im Hinterkopf. „Wir haben die Haupttribüne im Friesenstadion mit 100 Metern genauso lang gebaut wie die in der Alten Försterei war. Das Dach passt also exakt“, freut sich der pfiffige Unternehmer. Und bezahlt hat der Verein nur den Schrottpreis.
Wann das Dach inklusive aller dazu gehöriger Container für Presse oder Stadionsprecher aufgebaut wird, steht noch nicht fest. Erst einmal müssen Baugenehmigungen und Statik-Gutachten eingeholt werden. Dann gilt es Sponsoren zu finden, die die Montage finanziell oder materiell unterstützen. Baethge selbst glaubt, dass das Dach im Laufe der Saison 2013/14 stehen könnte.
Vorher hat der Verein auch noch andere Bauaufgaben im Friesenstadion zu bewältigen. So fordert der Nordostdeutsche Fußballverband den Ausbau des Gästeblocks auf der Gegengerade und sogenannte Wellenbrecher auf den Stehplatztraversen. Ein bisschen dauert es also noch, bis die Alte Försterei im Kleinformat in Fürstenwalde steht.