Bei Sanierungsarbeiten am Barschpfuhl in Beerfelde sind bis zu 3000 Jahre alte Spuren menschlichen Lebens zu Tage getreten. Die Feuerstellen und Gruben, in denen Abfälle entsorgt wurden, gehören vermutlich zu einer bereits bekannten Siedlung aus der Bronzezeit.
Am Donnerstagnachmittag staunten die Mitarbeiter des Wasser- und Landschaftspflegeverbandes nicht schlecht. Beim Ausheben der großen Becken, in die schon bald der überhandnehmende Schlamm aus dem Beerfelder Barschpfuhl gepumpt werden soll, stießen sie auf Unerwartetes: Überreste menschlichen Lebens, die darauf schließen lassen, dass am Ufer des Teiches vor rund 3000 Jahren Feuer gemacht und Mahlzeiten zubereitet wurden.
„Von der unteren Denkmalschutzbehörde haben wir die Auflage, dass unsere Arbeiten hier von Archäologen begleitet und kontrolliert werden“, sagt Planungsingenieur Jörg Berlin. Die Anweisungen haben ihren Grund. Bereits um 1914 waren in der Nähe des Dorfes Beerfelde eine bronzezeitliche Siedlung und ein Gräberfeld entdeckt worden. Dass es weiterearchäologische Funde geben könnte, wurde demnach vermutet. „Wir waren dann trotzdem überrascht“, sagt Berlin.
Annett Dittrich und Kerstin Geßner, die gemäß den behördlichen Auflagen als Archäologinnen hinzugezogen worden waren, hatten am Donnerstagnachmittag dunkel gefärbte Spuren im Sand entdeckt. Auf der vorgesehenen Fläche hatte der Bagger da gerade erst die oberste Bodenschicht für die Sedimentationsbecken abgehoben.
„An zwei der Stellen wurden Feuer gemacht“, sagt Kerstin Geßner. Die Anordnung der behutsam von Hand aufgedeckten Steine und Reste von Holzkohle ließen darauf schließen. Erkennen konnten Annett Dittrich und Kerstin Geßner zudem drei sogenannte Siedlungsgruben. „Dort wurden Abfälle entsorgt, vielleicht waren es auch Latrinen“, sagt Kerstin Geßner.
Da man bereits seit etwa einhundert Jahren weiß, dass in der Nähe Beerfeldes in der späten Bronzezeit Menschen siedelten, liegt die Vermutung nahe, dass diese aus dem Barschpfuhl und von seinen Ufern ihre Nahrung bezogen. „Es könnte sein, dass sie hier Feuer gemacht haben, um zum Beispiel ihren Fisch zu garen“, erklärt Kerstin Geßner. Um letzte Gewissheit darüber zu erlangen, müsste man an den Feuerstellen oder in den Siedlungsgruben idealerweise Keramikscherben oder Gefäße finden. „Wenn diese zu den Fundsachen aus der Siedlung passen, wäre das ein weiterer Hinweis darauf, dass alles zusammengehört.“
Mit Hilfe von Fotos und Zeichnungen archivieren die Archäologinnen die Funde für das Landesamt für Denkmalpflege. Danach dürfen die Bagger wieder anrücken.