Zweieinhalb Stunden haben sie mit ihren Fahrzeugen  gebraucht, um ihren Platz auf dem Gelände des 15. Oldtimer- und Traktortreffens in Demnitz einzunehmen. Die Gefährte sind das ganze Jahr über zugelassen, "aber die müssen nicht mehr arbeiten", sagt Hanneck. Gehalten werden sie zum Spaß. In Demnitz sind er und seine Freunde Stammgäste. "Es gibt hier einen guten Teile-Markt und abends eine schöne Party", sagt er auf die Frage, was ihn in den Steinhöfeler Ortsteil bringt.
15. Oldtimertreffen in Demnitz

Bildergalerie 15. Oldtimertreffen in Demnitz

Aktivist vom Baujahr 1950
Wohl eher Tausende als Hunderte sind am Wochenende wieder auf das Gelände in den Demnitzer Park, viele von ihnen Stammgäste, die tagelang campen. Einer, der jedes Jahr kommt, ist Gerhard Fettke aus dem Fürstenwalder Ortsteil Molkenberg. Stolz präsentiert er seinen blau lackierten Traktor Aktivist vom Baujahr 1950. "Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich 1964 als Lehrling zum ersten Mal darauf gefahren bin", erzählt der Fürstenwalder stolz.
Nie sei das gute Stück kaputt gegangen. Außer einem zweiten Aktivist nennt er vier weitere Traktoren sein eigen; einen davon, einen Famulus SA 36, präsentiert sein Sohn Swen mit rauchendem Schlot. An der traditionellen Ausfahrt hat sich Gerhard Fettke dieses Jahr nicht beteiligt. "Wenn man da mitfährt, sieht man die anderen nicht", hat er festgestellt und ist lieber auf dem Gelände geblieben. Dennoch kommt es zum Beispiel auf der Steinhöfeler Chaussee am Nachmittag zu den typischen Rückstaus, die sich bilden, wenn Autofahrer wegen eines Pulks von Oldtimern oder Traktoren auf eine Gelegenheit zum Überholen warten müssen.
Es gibt auch Stammgäste, die nicht so sehr wegen ihres Fahrzeugs kommen, sondern die anderen versorgen wollen. Uwe Baganz aus Lietzen hat an einem Stand ein riesiges Angebot an Stangen, Schrauben, Muttern und sonstigen technischen Teilen ausgebreitet, teils gut erhalten, teils rostig. "Als Händler bin ich das vierte Jahr hier", erzählt er. Immer wenn irgendwo in der Umgebung altes Gerät stillgelegt wird, übernimmt Baganz Teile davon und lagert sie bei sich ein  – auf diese Weise ist sein enormer Fundus zu Stande gekommen.
Sehr beliebt bei den zahlreichen Besuchern sind auch die originellen Gefährte, die Erik Seemann aus Fürstenwalde gebastelt hat. Er hat zum Beispiel einen Viergang-Motor einer Simson S 51 unter ein aufgeschnittenes Bierfaß gebaut, das ganze wie ein Quad mit vier Rädern bestückt und den Bierkasten – Marke: Radeberger – auf einem zweirädrigen Anhänger angekoppelt. Zu starten ist der Motor mit einem Kickhebel, eben wie bei einer Simson, am Lenker ist rechts die Bremse und links die Kupplung – "alles ganz normal", sagt Seemann grinsend. "Verkäuflich?", fragt ein Passant. Die Antwort: "Nee – da steckt zu viel Herzblut drin."