Etwas kleiner sind die Müllberge am Tränkeweg seit Beginn des Jahres 2018 aber geworden. "Bis Oktober 2018 sind nach Erlass von abfallrechtlichen Anordnungen des Landesamtes für Umwelt (LfU) durch den Abfallerzeuger insgesamt 1951 Tonnen Abfälle unter Kontrolle des LfU beräumt worden", teilt LfU-Referent Thomas Frey auf Nachfrage mit. Weitere 388 Tonnen sollen in Kürze abgefahren werden, "nachdem im November 2019 zum hier anhängigen OVG-Verfahren der Beschluss erfolgte", ergänzte Frey.
Sicherheitsleistung abgerufen
Im Oktober 2018 sei außerdem die vom LfU beauftragte Entsorgung von 464 Tonnen Sortierreste erfolgt. "Hier kam es zum Einsatz der dem LfU hinterlegten Sicherheitsleistung für eine Anlage in Höhe von 66 748 Euro." Eine Fachfirma habe die Reste in ihre eigene, genehmigte Anlage zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen in Rietz-Neuendorf gebracht. Insgesamt lagern aus dem Betrieb der TRG (siehe Kasten) noch 13 000 Tonnen Müll am Tränkeweg, von der WESA weitere 3000 Tonnen Ascheabfälle. Aktuell, teilt Frey mit, gibt es seitens der LfU keine weiteren Auflagen gegen die Besitzer der Grundstücke.
Auch seitens der Stadt gibt es diese nicht, sagt der Erste Beigeordnete, Stefan Wichary. Sie sei nur für den Brandschutz zuständig. Und dessen Auflagen, die Zufahrt zur Löschwasserentnahmestelle Spree freizuschneiden und ein Hinweisschild aufzustellen, sei erfüllt worden. Insgesamt müssen 192 Kubikmeter Löschwasser pro Stunde verfügbar sein, erklärte Wichary. Dies sei über einen Trinkwasseranschluss und die Spree gegeben.
Erster Termin beim Notar
Vielleicht könnten in naher Zukunft große Mengen Müll verschwinden. Im September hatte die Kreisverwaltung mitgeteilt: "Herr Grabs hat glaubwürdig investitionsvorbereitende Maßnahmen aufgezeigt." Im November teilte Wichary den Stadtverordneten mit, dass es um den Verkauf des Grundstückes an einen Investor gehe. Es bestünde die Hoffnung, dass diesem dann "die Beräumung beauflagt werden kann", denn "nach bisherigem Stand wäre der derzeitige Besitzer damit überfordert." Nun habe es nach Kenntnis der Stadt, den ersten Notartermin zur Grundstücksübertragung gegeben, sagte Wichary am Dienstag.

Recycling, Abfallverbrennung, Zwischenlager


1994 verließen die sowjetischen Streitkräfte das frühere Kabelwerksgelände am Tränkeweg.1995 siedelte sich die Transport Tiefbau Grabs GmbH (TTG) an. Sie betrieb dort Bauschuttrecycling, eine Holzrecyclinganlage und eine Abfallsortieranlage.1995/96 erfolgte ein Betreiberwechsel zur Wertstoffsortieranlagen Betriebs GmbH (WESA). 2000 kommt eine Abfallverbrennungsanlage hinzu. 2001 wird die Holzrecyclinganlage stillgelegt. 2005 für WESA ein Insolvenzverfahren eröffnet.2005 nimmt die Transport Recycling Gesellschaft mbH (TRG) den Betrieb auf. Bauschuttrecyclinganlage, Abfallsortieranlage, Holzlager- und Aufbereitung sind Unternehmenszweck.2005 bis 2008 wird die Abfallverbrennungsanlage von der Wärmekontor Fürstenwalde GmbH betrieben, ab 2007 unter Zwangsverwaltung.2011: Betreiberwechsel für die Bauschuttrecyclinganlage von der TRG zur Bodo Grabs e.K.Ab 2012 betreibt die TRG eine Anlage zur Herstellung von ErsatzbrennstoffenAb 2014 betreibt die Baustoffverwertung Jens Schulze (BSV) ein Zwischenlager für Betonrecycling. 2015 Insolvenzverfahren für die TRG.2018 Betreiberwechsel von der BSV auf die Bodo Grabs e.K.Quelle: Antwort Landesregierung auf Anfrage von Benjamin Raschke (Grüne)