Im Alten Amtshaus in der Demnitzer Straße werden vom 1. April bis zum 30. September also ganz persönliche Geschichten erzählt. Beispielsweise die von Antje Oegel aus Gölsdorf, die das Lebkuchenherz beisteuert, mit dem ihr Lebensgefährte ihr - natürlich erfolgreich - seinen Heiratsantrag überbracht hat. Oder die von Irmgard von Alvensleben, die bei Umbauarbeiten im Elternhaus in Falkenberg einen Raum entdeckte, von dessen Existenz niemand etwas geahnt hatte. Von den Gegenständen, die dort 150 Jahre unberührt geblieben waren, steuert sie ein Glas bei. Ihr Mann, Albrecht von Alvensleben, hat, so berichtet Gabriele Behnke, einen Stein als Leihgabe gestiftet. Einen Stein, der auf einem Feld bei Arensdorf entdeckt worden sei und wohl einer prähistorischen Kultstätte zugeordnet werden könne.
Oft seien es banale Gegenstände, die dann aber doch eine besondere Bedeutung erlangten, wie die Kuratorin der "Lieblingsstücke"-Schau feststellte. Hannegret Richter vom Verein "Kultur - Kirche - Hasenfelde" habe beispielsweise eine Bodendiele mitgebracht, die Handwerker aus dem Neuen Palais in Potsdam bei Renovierungsarbeiten ausgebaut hatten. Als diese davon erzählten und von Brennholz sprachen, sei sie sofort hellhörig geworden und habe sich etwas von dem Fußboden gesichert, über den wohl auch schon der Alte Fritz gelaufen sein dürfte - Brennholz mit Prädikat sozusagen.
Gabriele Behnke hofft, dass sich noch viele Menschen in der Region einen Ruck geben und ihr "Lieblingsstück" samt der dazugehörigen Geschichte leihweise abgeben. Es müsse auch nicht immer so ein Schwergewicht sein wie der Goldene Orpheus, der bulgarische Musikpreis, den einst Dagmar Frederic 1981 erhalten hat.
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