Während die Bürgermeister von Fürstenwalde, Storkow und Beeskow trotz Zusage am Montagmorgen, ab 8 Uhr, nicht mit am Frühstückstisch im "Haus am Spreebogen" saßen, waren gleich drei Landtagsabgeordnete dabei: Elisabeth Alter für die SPD, Dierk Homeyer (CDU) und Michael Jungclaus von Bündnis 90/Die Grünen.
Probleme der regionalen Firmen in punkto Nachwuchsgewinnung und Unternehmensübergaben an die nächste Generation standen zunächst im Mittelpunkt der Gesprächsrunde. Benjamin Meise von der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH brachte es auf den Punkt: "Es ist Chefsache, in die Schulen zu gehen und sein Unternehmen in der Öffentlichkeit zu vertreten, auch loszuziehen und sich Mitarbeiter zu angeln." Schließlich stünden alle Firmen untereinander im Wettbewerb um Arbeitskräfte. Längst müssten sich aus seiner Sicht die Betriebe um Auszubildende bemühen, man könne einfach nicht mehr davon ausgehen, dass sich genügend Jugendliche bei einem bewerben würden.
Auch Helga Schadock von der unter anderem in Rüdersdorf ansässigen Orthopädietechnikfirma Ots plädierte für einen engen Kontakt zu Schulen und verwies auf den Vorteil regelmäßiger Schülerpraktika für Gymnasiasten. Nicht nur Abiturienten in die Unternehmen zu holen, sondern verstärkt mehr junge Leute ohne einen hohen Schulabschluss zu fördern, wünscht sich Beatrix Ring "Wir brauchen Menschen, die wieder stolz darauf sind, mit ihrer Hände Arbeit was zu schaffen", sagte die Chefin der Firma Gerüstbau Fürstenwalde. Es sei fatal, dass das Augenmerk immer auf Karriere, Abitur, Studium gerichtet werde. Mindestens genauso wichtig sei es, echten Handwerkern und deren Stolz auf das Geschaffene Raum zu geben, so Beatrix Ring.
Doch nicht nur die Gewinnung von Arbeitskräften sei ein kompliziertes Feld, sondern auch die Übergabe einer Firma an die nächste Generation, merkte die Fürstenwalder Steuerberaterin Sylvia Dittrich an. Hans-Peter Kracht von der Kracht GaLaBau GmbH Alt Golm gehört dabei zu den wenigen Unternehmern, die die Neubesetzung des Chefsessels langfristig angehen, wie er seinen Kollegen erzählte. Zwar nicht innerhalb der Familie, sondern innerhalb der Firma habe er einen potenziellen Nachfolger im Blick, der sich kontinuierlich im Betrieb vom Azubi zum Meister und Lehrausbilder entwickelt habe.
Die Regelung der Nachfolge sei nicht nur eine langfristige Angelegenheit, um die sich Unternehmer ab etwa dem 50. Lebensjahr kümmern sollten, sondern in erster Linie auch eine "mentale Sache", betonte Beatrix Ring. Und es sei von Vorteil, wenn Berater von außerhalb die Übergabe des Staffelstabs begleiten würden. Unterstützung müsse dabei unter anderem von den Handwerkskammern und der IHK kommen.