Diebstahl und Beschädigung von Straßenschildern verursachen hohe Kosten und Arbeit / Größtes Problem sind Farbattacken
Verkehrsschilder und Ortstafeln tragen im Straßenverkehr zur Sicherheit bei. Immer wieder werden sie jedoch gestohlen, mit Farbe besprüht oder bei Unfällen beschädigt. Beim Landesbetrieb Straßenwesen und dem Fürstenwalder Betriebshof verursacht das Mehrarbeit und -kosten.
Fast täglich müssen Vorarbeiter Wolfgang Müller und seine Kollegen vom Fürstenwalder Betriebshof raus und Ordnung schaffen. "Geklaut, umgefahren, beschmiert", antwortet Müller, wenn er gefragt wird, was mit den Straßenschildern, um die er sich kümmert, passiert ist.
Ist ein Vorfahrt- oder Stoppschild nicht mehr zu erkennen, kann es schon mal gefährlich werden. Fehlt ein Straßenname, ist das zwar ärgerlich, im Zweifelsfall aber weniger riskant. Dennoch, fällt in der Stadt auf, dass ein Schild fehlt oder verunstaltet wurde, besteht Handlungsbedarf.
Ersatz für die gängigsten Zeichen lagert auf dem Gelände des Betriebshofs. Seltene Schilder und Einzelanfertigungen, etwa Straßennamen, werden bei Univer, einer Fürstenwalder Firma für Straßen- und Städteausrüstung, in Auftrag gegeben und innerhalb kurzer Zeit hergestellt. Für Wolfgang Müller bedeutet das Arbeit, für die Stadt Fürstenwalde Kosten. Die aber bleiben nach Angaben von Stadtsprecherin Anne-Gret Trilling in einem erträglichen Rahmen. An einen tatsächlichen Diebstahl könne man sich in der Stadtverwaltung derzeit nicht erinnern, sagt Anne-Gret Trilling. Dass Schilder beklebt oder verdreht werden, passiere dagegen häufiger. Wie hoch die Kosten sind, die der Stadt dadurch entstehen, vermag sie nicht zu schätzen. "Es gibt da keine finanzielle Größenordnung."
Beim Landesbetrieb Straßenwesen, der für die Schilder auf Straßen zuständig ist, die dem Land Brandenburg unterstehen, sieht das ein bisschen anders aus. Die reinen Herstellungskosten für die gängigsten Zeichen, wie beispielsweise Stopp und Parkverbot, liegen bei etwa 20 Euro, wenn eine zahlenmäßig große Bestellung aufgegeben wird. "Für eine Einzelanfertigung kommt man auch schnell auf 150 bis 300 Euro", sagt Wolfgang Wartmann, Bereichsleiter Betrieb und Verkehr. Hinzu komme aber jedes Mal, wenn Ersatz beschafft oder ein mit Farbe beschmiertes Schild gereinigt werden muss, die Arbeitsleistung. Anfahrt, Montage und die Zeit, die dafür benötigt wird, eine Anzeige zu stellen, verursachen Kosten. "Meistens sind auch noch die Schrauben weg. Die müssen wir dann nachbestellen", erklärt Wolfgang Wartmann.
Pro Schild komme man so schnell auf eine Summe von 200 bis 300 Euro, je nachdem wie weit die Mitarbeiter der zuständigen Straßenmeisterei zum jeweiligen Einsatzort fahren. Die meisten Kosten entstehen dem Landesbetrieb laut Wartmann aber nicht durch Diebstahl. "Ein viel größeres Problem sind die Schmierereien." Vor allem die großen gelben Wegweiser seien beliebte Ziele für Farbattacken. Rund 3000 Euro koste es, diese Tafeln zu ersetzen, sagt Wolfgang Wartmann.
Die Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenwesen sind deshalb dazu angehalten, bei verschmutzten Zeichen den Versuch zu unternehmen, die Farbe mit Hilfe von lösungsmittelhaltigen Spezialpasten zu entfernen. "Die lichtreflektierenden Folien, die auf fast allen Schildern kleben, sind allerdings extrem empfindlich", sagt Wartmann.
Genaue Angaben darüber, wie viele Schilder im Jahr auf Grund von Diebstahl und Beschädigung in Fürstenwalde und Oder-Spree ersetzt werden, sind auch vom Landesbetrieb nicht zu erfahren. Die Mitarbeiter benennen aber noch einen weiteren, ganz natürlichen Grund, weshalb Schilder regelmäßig ausgetauscht werden: Die Rückstrahlwerte der Folien lassen, je nach Intensität der im Sonnenlicht vorhandenen UV-Strahlung, nach sechs bis zehn Jahren so stark nach, dass Ersatz her muss.
Wenn auf Fürstenwaldes Straßen etwas fehlt oder beschädigt wurde, sorgt er für Ersatz: Bauhofleiter Wolfgang Müller im Schilderwald des Städtischen Betriebshofes. Foto: MOZ/Bettina Winkler