Akkurat gefaltet und geklebt, schlank, 35 Gramm leicht, dennoch stabil: An John Stadies Modell „Brücke Emmet“ fand die Jury keinen Makel. Sie gefiel ihr besser als alle anderen 92 Modelle, die Erst- bis Achtklässler beim Schülerwettbewerb „Brücken verbinden“ der Brandenburgischen Ingenieurkammer eingereicht hatten. Darum überreichten Bildungsministerin Britta Ernst und Kammerpräsident Matthias Krebs dem Fünftklässler der Fürstenwalder Sonnengrundschule am Mittwoch in der Staatskanzlei in Potsdam die Siegerurkunde. Der Preis ist mit 250 Euro dotiert.
Für John war die Überraschung riesig. Bis zum letzten Moment wusste er nicht, dass sein Modell gewinnt und er das Land am 15. Juni beim Bundeswettbewerb vertritt. „Natürlich bin ich stolz“, sagt er strahlend.
„So 14 Stunden“, schätzt John, hat er an seinem Modell gearbeitet. Zu den Vorgaben gehört, dass das Werk aus Papier sein und einen Freiraum von 60 Zentimetern überspannen muss. Der Junge ging professionell an die Arbeit. Mit seinem Vater fertigte er Zeichnungen an, holte dann Expertenrat ein. „Opa ist Ingenieur, den haben wir gefragt, ob es stabil ist“, erklärt John. Großvater segnete das Projekt ab. „Mein Vater ist Tischler, der hat mir Schablonen gemacht, danach habe ich die Teile geschnitten und gefaltet.“ Der erste Entwurf habe noch nicht schön ausgesehen, der zweite gelang. John nannte ihn „Emmet“. „So heißt der Meisterbauer aus dem Lego-Film“, erklärt er.
„Ich bin total begeistert“, sagt Schulleiterin Christine Wendt. „Insgesamt starteten fünf Brücken von uns im Wettbewerb und wir haben wieder zwei Preisträger!“ Fritzi Hähnel und Jon Lindemann bilden das Sieger-Team. Mit ihrer Konstruktion holten sie einen vierten Platz – wie im Vorjahr. Den erhalten alle Teilnehmer der Ränge vier bis 15. Fritzi und Jon entschieden sich für eine Konstruktion mit Röhren und Seilen. „An die Fundamente habe wir sogar Graffiti und einen pinkelnden Hund gemalt, damit es natürlich aussieht“, sagt die Zwölfjährige vergnügt.
Auch beim nächsten Wettbewerb wollen Fritzi, Jon und John mitmachen. „Loopingbahnen“ heißt das Thema, verrät Daniel Petersen von der Ingenieurkammer. Start ist im August. (mw)