Die städtische Einrichtung und das Lokale Bündnis für Familie der Stadt hatten die Ausstellung, die aus elf Schautafeln besteht, nach Fürstenwalde geholt. Bei der Eröffnung stellte Robert Müller vom Sozialtherapeutischen Institut Berlin-Brandenburg (Stibb), das Konzept vor. Die Tafeln schildern, wie es zu Missbrauch kommt und in welche Konflikte betroffene Kinder dadurch geraten, aber auch, wie ein Ausweg aus einer derartigen Situation möglich ist. Dazu gehört eine Sensibilität Erwachsener. "Missbrauch äußert sich oft durch Verhaltensauffälligkeiten", sagte Müller. Während betroffene Jungen zu eigener Gewalttätigkeit neigten, richteten Mädchen Aggressionen eher gegen sich selber. "Erwachsene müssen ein offenes Ohr haben. Sie sind dafür zuständig, dass Kinder sich äußern dürfen", appellierte er. Kinder könnten eine Missbrauchsbeziehung in der Regel nicht alleine beenden.
Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst sprach von einem "Thema, das unter die Haut geht". Wenn es durch das Angebot gelänge, in Fürstenwalde das ein oder andere Kind vor Missbrauch zu schützen, dann habe die Veranstaltung bereits ihren Wert gehabt.
Nach Ende der Ausstellung wird am Donnerstag, 24. November, 18.30 Uhr, zu einem öffentlichen Vortrag in die Kulturfabrik eingeladen. "Vom Schweigen der Opfer" ist dessen Titel, präsentiert wird er von einer ehemaligen Betroffenen.