Die Schauspielerin, unter anderem bekannt aus der TV-Serie "Familie Dr. Kleist", bewies bei ihrem Auftritt, dass sie zurecht eine gut gebuchte Opernsängerin ist, die zurzeit auch an der Staatsoper Hannover die Eliza Doolittle in "My Fair Lady" gibt. Mit klarer Sopran-Stimme bot sie am Abend vor gut 100 Besuchern mit dem Berliner Orchester ein abwechslungsreiches Programm. Mitgebracht hatten die neun Musiker, einst aus der Staatskapelle gegründet, eine Vielzahl an Melodien zur Vorweihnachtszeit, die die meisten Besucher im Saal kannten. Gefeiert wurde der ungarische Czardas, aber auch Offenbachs mitreißender "Can Can" und Liszts "Ungarische Rhapsodie Nr.2". Zum 150. Jubiläum vom "Operetten-Vater" Paul Linke erklang ein Potpourri bekannter Stücke, gefolgt von ebenso bekannter Filmmusik aus Paris. Auch bei Chopins Abschiedswalzer "In mir klingt ein Lied" hörte man es im Publikum immer wieder murmeln: "Hach, wie ist das schön".
Stimmung kam beim "Spanischen Tanz" von Manuel de Falla auf. Matthias Glander an der Klarinette übernahm nicht nur die Song-Erklärungen, sondern brillierte mit dem "Concerto for Clarinet" des Amerikaners Artie Shaw. Und da es vor dem amerikanischen Block auch einen russischen gab, schunkelten die meist älteren Besucher gern rege mit bei Schostakowitschs Walzer Nr. 2, "den nicht André Rieu geschrieben hat", wie Glander anmerkte. Winnie Böwe sang die Volksweise "Schwarze Augen" und Schlagzeuger Andreas Hase sorgte beim flotten "Säbeltanz" auf dem Xylophon für tosenden Applaus.
Vorweihnachtlich besinnlich wurde es kurz vor Schluss mit der Petersburger Schlittenfahrt und den englischen Stücken "God rest ye merry gentlemen" sowie "In the bleak midwinter". Lautstark mitgesungen wurde bei "Musik" von Marika Rökk sowie den Gassenhauern "Unter'n Linden" und Berliner Luft."