Seit Jahren plant die Futtermittel-Getreide-Landhandel GmbH (FGL) den Betrieb in der Lindenstraße zu erweitern. Statt 720 Tonnen Mischfutter möchte sie dort in Zukunft an Werktagen 1200 Tonnen produzieren, an Sonn- und Feiertagen 600 Tonnen. Insgesamt solle die Produktionskapazität auf 405 600 Tonnen Mischfutter pro Jahr erhöht werden. Das ist einer Bekanntmachung des Landesumweltamtes zu entnehmen. Um das Ziel zu erreichen, ist unter anderem vorgesehen, eine  zweite Mischlinie zur Verarbeitung von Fischmehl einzurichten. Für die Annahme des Fischmehls werden zusätzliche Umschlag- und Fördereinrichtungen installiert. Die Dosier- und Mahlanlage soll um einen Walzenstuhl erweitert werden.
Wer sich genauer mit den Plänen des Mischfutterwerks auseinandersetzen möchte, kann diese im Fürstenwalder Rathaus einsehen. Der Genehmigungsantrag und die zugehörigen Unterlagen sind noch bis zum 5. Februar ausgelegt (Am Markt 4, Fachgruppe Stadtplanung, Rathauscenter, 2. Stockwerk, Zimmer 217).
Noch hält sich das Interesse allerdings in Grenzen. "Ich kann die Leute an einer Hand abzählen", sagt Wigbert Bengtsson, in dessen Büro die dicken Ordner stehen. Ungewöhnlich sei dies nicht. "Wenn wir Unterlagen für ein Gewerbegebiet auslegen, ist die Resonanz häufig gleich null", ergänzt er. In der Lindenstraße sei das Interesse hingegen allerdings für gewöhnlich etwas größer. "Dort ist die Bürgerschaft wegen der Lärmbelastung aktiver."
Auch gegen das Mischfutterwerk richteten sich die Proteste lange Zeit – bis ein Immissionsgutachten im Jahr 2014 teilweise überraschende Erkenntnisse brachte. In der Tat wurden an der Einfahrt nachts Überschreitungen der Richtwerte festgestellt. Im Gutachten stand jedoch auch, dass die Dezibel-Werte, die vom Verkehr auf der Lindenstraße, anderen Betrieben und der Autobahn stammen, noch erheblich höher sind.
Lärm hält sich in Grenzen
Über die geplante Erweiterung der Produktion informierte FGL bereits vor drei Jahren. Der entsprechende Genehmigungsantrag lag Ende 2016 öffentlich aus. Es gab Einwände. Die Unterlagen wurden überarbeitet – und liegen nun erneut aus. Auch die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung können eingesehen werden. Aus ihnen geht unter anderem hervor: Selbst wenn der ungünstigste Fall angenommen werde, werde der Lärm die Immissionsrichtwerte, die das Bundes-Immissionsschutzgesetz vorschreibt, nicht überschreiten, sondern sogar darunter liegen. Auch die die Beurteilung der Geruchsimmissionswerte fällt positiv aus: Für mehr als die Hälfte der geprüften Orte wird eine Verringerung der Geruchsbelästigung prognostiziert.
"Gerade im Sommer ist der Geruch echt nicht schön", sagt eine 63-jährige Anwohnerin der Lindenstraße. Sie habe nach der Wende ihr Haus in der Nähe des Futtermittelwerks gebaut – mit dem Wissen, worauf sie sich einließ ."Wenn die FGL die Produktion steigern will, dann soll sie es tun. Schließlich kann die ganze Stadt davon profitieren. Es wäre schlimmer gewesen, hätten sie dafür Häuser einreißen müssen", sagt sie.
Einwendungen gegen das Vorhaben können noch bis zum 5. März  schriftlich oder elektronisch  beim Landesamt für Umwelt, Genehmigungsverfahrensstelle Ost, Postfach 601061 in 14410 Potsdam oder in der Stadtverwaltung Fürstenwalde/Spree, Fachgruppe Stadtplanung, Am Markt 4 eingereicht werden.