Die Arbeitsgemeinschaft Waldwichtel, die Marion Schulze von der Waldschule Neuroofen betreut, und die Menzer Naturforscher von Thomas Hahn, machten dabei gemeinsame Sache. Mit Anleitung war es gar nicht schwer für die Kinder: Loch gebuddelt, bereitstehenden Baum hineinstellen, wieder etwas Erde hinzuschippen und gut gießen. Dann nur noch das Schild am daneben stehenden Pfahl festschrauben, damit auch jeder weiß, was da seit Montag am Wegesrand steht. Das Anbringen eines Schutzzaunes übernahmen Marion Schulze und FÖJ-ler Sascha Giese dann aber doch lieber selbst.
Giese absolviert seit September 2016 sein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bei der Oberförsterei Neuendorf zu der die Waldschule Neuroofen gehört und ist dort hauptsächlich im Bereich Waldpädagogik eingesetzt. Nachdem knapp zwei Drittel seiner Dienstzeit vorüber sind, zieht der 16-jährige Rathenower ein positives Zwischenfazit. Die Frage, ob er sich eine berufliche Laufbahn in diesem oder einem ähnlichen Bereich vorstellen kann, beantwortet er eindeutig. "Auf jeden Fall, das macht viel Spaß." Zum Freiwilligen Ökologischen Jahr sei er durch seine Tante gekommen, die auch im Bereich Forst tätig war. Während des Vorstellungsgespräches beim federführenden Förderverein Märkischer Wald seien ihm dann verschiedene Einsatzmöglichkeiten vorgestellt worden.Neuroofen habe den Vorteil, dass es "relativ in der Nähe" zu seiner Heimat liege, so der Havelländer.
Am Montag bekamen die Waldwichtel von ihm kindgerecht erklärt, was es mit der Fichte auf sich hat. Das Landesumweltministerium ging in seiner Pressemitteilung zu dem Aktionstag noch mehr ins Detail. Demnach haben ihre wertvollen Holzeigenschaften und eine vergleichsweise einfache Bewirtschaftungsweise die Fichte in weiten Teilen Deutschlands zur häufigsten Baumart werden lassen. Die dritte Bundeswaldinventur wies im Jahr 2012 auf rund 25 Prozent der Waldfläche Deutschlands Fichtenbestände aus. Kiefern wachsen auf rund 22 Prozent der Fläche.
In Brandenburg sei das Verhältnis jedoch etwas anders. Aufgrund des hohen Anteils an trockenen Standorten in hiesigen Breiten, mit denen die Kiefer besser zurecht kommt als die Fichte, hat Brandenburg mit Fichtenbeständen auf etwa insgesamt 17000 Hektar einen relativ geringen Anteil an dieser Baumart.
Der Baum sei dennoch verstärkt im Fokus der Wissenschaft. Das liege einerseits an ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und andererseits an ihren sensiblen Reaktionen gegenüber Umwelteinflüssen. Das Waldsterben in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, ausgelöst durch saure Luftschadstoffe, habe die Fichte zum Synonym des Waldsterbens in den Mittelgebirgen Westeuropas gemacht. In der Folge setzten Borkenkäfer und Stürme der Fichte weiter zu.
Umfragen unter Forstfachleuten sehen daher die Fichte als den ersten großen Verlierer unter den heimischen Baumarten bei fortschreitendem Klimawandel. Dies dürfte vor allem die Holzindustrie alarmieren, da sich eine Reihe wichtiger Holzeigenschaften nicht einfach durch andere Holzarten ersetzen lassen. Es sei daher höchste Zeit geworden, dass die häufigste Baumart Deutschlands zum 29. "Baum des Jahres" gekürt wurde.