Freilich seien damalige Ängste rasch von der Freude überlagert gewesen, nun endlich die Freiheit der Wissenschaft genießen zu können. "Wir erhielten Gelder zum Forschen, technische Geräte, kamen raus aus unserer Isoliertheit und erhielten endlich die wissenschaftliche Freiheit," fasste Kasprzak zusammen.
Im Vordergrund der Festveranstaltung stand das gemeinsame Erinnern. Institutsleiter Michael Hupfer begrüßte im Stechlin-Center rund 50 Gäste, darunter viele ältere Kollegen, die die Arbeit am Institut in Neuglobsow prägten – Wissenschaftler wie Dietrich Ronneburger, Rainer Koschel sowie Adelheid und Wolfram Scheffler. Noch heute schätzt zum Beispiel Adelheid Scheffler nach eigenem Bekunden die Besuche von Forschern aus aller Welt im Neuglobsower Institut. Für die Zukunft forderte Dietrich Ronneberger denn auch eine international ausgerichtete Grundlagenforschung zur Ökologie, während Kasprzak eher praxisbezogene Forschung anstrebt.
Um die Praxis ging es dann auch vorrangig am darauffolgenden Sonnabend während des Symposiums "Dialog am Stechlinsee". Binnenfischerei vor dem Hintergrund des weltweiten Klimawandels lautete das Thema. Thomas Mehner, Privatdozent für Limnologie an der Humboldt-Universität und Abteilungsleiter am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, referierte über seine Forschungsarbeiten am Stechlinsee. Zu sprechen kam er auf eine wichtige Entdeckung, die der Fontane-Maräne. Dank spezieller Schleppnetze sei ermittelt worden, dass im 430 Hektar großen Stechlinsee rund 77 Tonnen Maränen leben.