Die "Allianz Havelallee" will die Lastwagen von der Bundesstraße 96 zurück auf die A 20 verlagern und "den unsinnigen Ausbau der B 96 zur dritten ,Ostseeautobahn' verhindern", heißt es in der Einladung zum Expertenforum. Um den "verkehrpolitischen Unsinn" einer Ortsumfahrung abzuwenden, haben sich Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus, Gastronomie und Kultur, Investoren und Naturschutzverbände zur Allianz Havelallee zusammen geschlossen. Denn der Bau einer Ortsumfahrung sei der falsche Weg, sie schade den Fürstenbergern mehr, als das sie eine Entlastung bringe. Die Landesregierung rechnet nach dem Ausbau der B 96 zu einer vierspurigen Straße mit einer Steigerung des Verkehrs auf der neuen Trasse um 250 bis 350 Prozent, behauptet die Allianz. In ihrem Gründungsmanifest, das am 4. Oktober verabschiedet werden soll, haben die Ortsumfahrungs-Gegner eine Reihe von Forderungen aufgestellt. Ganz oben steht die Planungserweiterung für den Umbau der B 96 zur regional- und naturverträglichen Havelallee. Außerdem soll die schon beschlossene Lkw-Maut für alle Bundesstraßen schnellstmöglich umgesetzt werden. Auch die Einführung eines strategischen Lkw-Nachtfahrverbotes gehört zu den Forderungen der Allianz, die sich zudem gegen die Genehmigung von Gigalinern ausspricht. Darüber hinaus setzen sich die Initiatoren für eine ortsverträgliche Verkehrsberuhigung der betroffenen Städte und Gemeinden ein und fordern eine Stärkung des Schienenverkehrs. Der Regionalexpress RE 5 soll zu Spitzenzeiten halbstündig verkehren und die Geschwindigkeit auf der Strecke zwischen Berlin und der Ostsee erhöht werden.
Zu dem Expertenforum am 4. Oktober ab 11 Uhr unter der Überschrift "Ausbau der B 96 zur Schnellstrecke für den Transit-Verkehr zwischen Berlin und dem Ostseeraum: Fluch oder Segen für die Region" wird es einige Fachvorträge geben. So spricht Dr. Claus Doll, Leiter des Geschäftsfeldes Mobilität am Frauenhofer-Institut für System - und Innovationsforschung über die "Rolle der Nutzen-Kosten-Analyse im Bundesverkehrswegeplan 2030 - Wirkungen, Alternativen, Perspektiven". Und der Professor für Verkehrsplanung an der Fachhochschule Potsdam, Dr. Herbert Staadt, referiert über das Thema "Ortsverträglichkeit weiträumiger Ortsumfahrungen und den städtebaulichen Vorteilen trassennaher innerstädtischer Lösungen". Unter anderem mit Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) und dem Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler (CDU) soll über die Auswirkungen zum "B-96-Schnellstraßenausbau" diskutiert werden.