Während der jüngsten Sitzung der Schönermarker Gemeindevertreter monierte Heinz Scherer nun aber, dass der Radweg geplant wurde, ohne die Gemeinden vorher einzubinden. Das sei die falsche Reihenfolge. "Das Land können wir nicht mehr vermarkten." Scherer fragte, wann die Gemeindevertreter in Kenntnis gesetzt werden sollten. Bürgermeisterin Kirsten Schulz (WG BI Schönermark) hatte dies während der Sitzung im März getan. Sie selbst war während des Amtsausschusses informiert worden. Dass die Gemeinde Eigentümer sei und damit einen Beschluss fassen müsse, konnte Kirsten Schulz nicht bestätigen. Sie sei vom Amt anders informiert worden.
Der für Bauen und Planen zuständige Abteilungsleiter Nico Zehmke klärte auf, dass das Land der Gemeinde grundbuchrechtlich natürlich gehöre, das wirtschaftliche Eigentum aber beim Amt liege. Es sei Aufgabenträger beim Radwegebau. Ebenso wie die Unterhaltung der Gemeindeverbindungsstraßen oder der Kita und Feuerwehren sei dieser Bereich an das Amt übertragen worden. Während der Sitzung des demnach zuständigen Amtsausschusses habe Einigkeit geherrscht, dass der lange priorisierte Radweg gebaut werden soll. Zudem existierte die Willensbekundung für den Bau dieses Radweges seit langem.
Dass Schönermarks Gemeindevertreter - und zudem die Sonnenberger ebenso wie Gransees Stadtverordnete - dazu auch noch einen Beschluss hätten fassen müssen, verneinte Wolfgang Schwericke, Fachbereichsleiter Kommunales, am Dienstag. Aber die Gemeinden müssen natürlich informiert werden. Das sei über die Bürgermeister auch geschehen.
Wolfgang Schwericke ergänzte, dass die ehemalige Stechlinseebahntrasse allein aus dem Grund angekauft worden sei, dort einen Radweg entstehen zu lassen. Heinz Scherer sei als damaliger Schönermarker Bürgermeister in diese Pläne natürlich auch eingebunden gewesen.
Gebaut werden soll die elf Kilometer lange Verbindung im kommenden Jahr. Die Baukosten schätzt die Amtsverwaltung auf insgesamt 1,6 Millionen Euro.
Noch laufen die Vorbereitungen. Die Katalogisierung der Arten, die entlang der alten Bahntrasse leben, dauert an. Reptilien und seltene Vögel werden hier vermutet, deshalb sei die frühe Beteiligung des Naturschutzes wichtig, hieß es bereits im April. Das ökologische Fachpersonal ist Nico Zehmke zufolge voraussichtlich noch den Sommer über entlang der Trasse unterwegs.