Dass grundsätzlich nichts dagegen spreche und eine geeignete Fläche vorhanden sei, war bereits im Juni klar. Details erläuterte Henry Ehler als Vertreter des Amtes während der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Nun müssen sich Sonnenbergs Abgeordnete mit den Einzelheiten beschäftigen und eine Änderung der Friedhofssatzung samt Gebührenordnung auf den Weg bringen.
Neben völlig anonymen Beisetzungen wären Urnenbestattungen auf der grünen Wiese möglich, auf die eine Steinplatte hinweist - die sogenannte halb-anonyme Variante. Geklärt werden muss auch, ob ausschließlich Urnenbegräbnisse erlaubt werden sollten oder auch Särge anonym in die Erde gebracht werden dürfen, erläuterte Ehler.
Fest steht, dass die anonyme Begräbnisstelle deutlich teurer sein wird. Dies habe sich innerhalb des Amtes Gransee bewährt. Der Bürgermeister der Gemeinde Sonnenberg, Ralf Wöller (CDU), erinnerte im Zuge der Diskussion an den Begriff Begräbnistourismus. Es solle verhindert werden, dass sich Menschen von außerhalb in Rauschendorf beerdigen lassen, weil es kostengünstig ist. Vielmehr soll der Friedhof für die Leute der Region gedacht sein. Jene Menschen, die die Diskussion um diese Begräbnisart ins Rollen gebracht hatten.
Um dies sicherzustellen, wäre es denkbar, eine Beschränkung in die Friedhofssatzung aufzunehmen, um nur Gemeindemitgliedern die Bestattung in Rauschendorf zu ermöglichen, erläuterte Henry Ehler.
Die Möglichkeiten wurden vorgestellt. Jetzt muss mit den Einheimischen beraten werden, sagte Wöller. Besonders die Rauschendorfer selbst seien gefragt, schließlich befinde sich der Friedhof in ihrem Ort. Der "Findungsprozess" beginne. Im Anschluss muss der Beschluss von den Gemeindevertretern gefasst werden.
In Rauschendorf könnten demnach im kommenden Jahr anonyme Begräbnisse stattfinden. Im Ortsteil Sonnenberg ist das Thema hingegen weitgehend vom Tisch. Dort wird es diese Möglichkeit der Bestattung nicht geben. Die hiesige Kirchengemeinde hat sich als Träger des Friedhofes dagegen ausgesprochen, sagte Henry Ehler nach entsprechenden Gesprächen. Aber für den Kirchhof soll weiter über die Möglichkeit einer teilanonymen Beerdigung nachgedacht werden.