In dem kleineren der beiden Becken, es fasst etwa 2 800 Kubikmeter, setzt sich normalerweise der Klärschlamm ab und wird mit sogenannten Schlammräumschilden auf einen Trichter zubewegt. "Einer dieser Schilde ist abgerissen", so der Werkleiter beim Liebenwalder Trink- und Abwasserzweckverband (TAV), Wolfhard Raasch. Die Schilde sind neun Jahre alt und verrostet. Also wurden gleich alle ausgetauscht, durch bessere aus Edelstahl. Die Umbauarbeiten, die den TAV rund 15 000 Euro kosten, sollten an nur einem Tag geschafft werden. "Bei vollem Betrieb", so Raasch.
Für den jungen Spezialisten und seine Kollegen vom Tauchunternehmen Leunert aus Bad Saarow ist das zwar nur ein Job von vielen, "allerdings ist das schon recht anspruchsvoll hier", berichtete Uwe Borrasch. "Ganz unten siehst du gar nix. Du musst aufpassen, dass du dich nicht an scharfen Kanten schneidest." "Es kann immer gefährlich werden", ergänzte ein Kollege. "Deshalb gibt es jede Menge Vorschriften." So muss stets eine zweite Tauchausrüstung bereit liegen, und ein weiterer Mann da sein, falls der Kollege unten in Not gerät.
Geschützt ist der Taucher ganz gut vor der trüben Brühe. In den Trockenanzug sickert, wenn er vernünftig gewartet wird, nichts ein, der Taucher wird mit Pressluft versorgt und kann über ein Kabel mit den Kollegen sprechen. Das ist Vorschrift, allerdings wird dabei manchmal ganz schöner Quatsch geredet, meinten die Taucher. Ein Beispiel: "Kannst du mich hören?", so ein Kollege zum 24-Jährigen im Gummianzug. "Ja ich höre dich, auch wenn ich dich nicht verstehe. Und wenn ich dich vielleicht irgendwann mal verstehe, kann ich wahrscheinlich nichts mehr hören." Albernheiten statt Angst. Immerhin bis zu 50 Meter können die Männer so in die Tiefe absteigen.
Um Borraschs Job machen zu können, muss man eine technische Ausbildung absolviert und danach eine dreieinhalbjährige Weiterbildung gemacht haben. Anschließend ist man geprüfter Taucher. Zuletzt hat die Firma viel an der Berliner Museumsinsel gearbeitet. Sonst wird in Baugruben, an Häfen oder in Talsperren hinabgestiegen. "Die Talsperren sind echte Bonbons. Da sieht man mal was", so Borrasch. Wer zurzeit eine Tauchfirma buchen will, braucht viel Geduld. Wegen massenhaft zu reparierender Schäden nach dem Hochwasser in Süddeutschland sind diese oft viele Monate lang ausgebucht.