Nicht weniger als fünf Nachforderungen waren bei der Erstellung des Antrages seinerzeit zu erfüllen. Zuversichtlich, aber nicht euphorisch war Wolf, als der lang ersehnte Bescheid dann im März vorlag und er daran denken konnte, die Ausschreibung vorzubereiten. Zu Recht, wie sich herausstellte, denn für Euphorie gab es keinen Grund. Die Diskussion mit der Denkmalschutzbehörde, wie der Turm am besten zu sanieren sei, ging auch nach dem Eingang des Förderbescheides weiter und zog sich bis in den Herbst hinein. "Zuletzt hatten wir im August noch einen Abstimmung. Der neue Bescheid lag dann aber erst Ende September vor", so Wolf. Zwar strebten letztlich beide Seiten das Gleiche an, sprich die Sanierung des Kirchturms, setzten aber unterschiedliche Prioritäten, ließ Wolf durchblicken, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen. Die Behörde legte Wert darauf, möglichst viele Originalteile zu erhalten. Demgegenüber standen die Aspekte Kosten und Machbarkeit, die die Kirchengemeinde vor Ort besonders im Blick haben musste.
Ausschreibung wird vorbereitet
Ende gut, alles gut? Pfarrer Wolf ist vorsichtig optimistisch. Die Ausschreibung werde jetzt vorbereitet. Bleiben die Angebote im finanziellen Rahmen, könnte im März oder April dann der Baubeginn erfolgen.
Die Schäden am Menzer Kirchturm sind auch für Laien deutlich zu erkennen. Einige Lücken im Mauerwerk tun sich auf. Einige Ziegel drohen, auf das Dach zu stürzen. Kompliziert wird die geplante Sanierung durch die Bauweise des Gemäuers. Dies ist nicht aus einem Guss. Auf einen massiven Steinsockel wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine ziegelverblendete Fachwerkkonstruktion aufgesetzt: Außen befindet sich eine vergleichsweise dünne Ziegelmauer, dahinter eingemauertes Fachwerk, das nun zunehmend gammelt. Hinter diesem liegt noch einmal offenes Fachwerk, das den Glockenstuhl umschließt. Ein Gutachten, dass über die nötigen Sanierungsmaßnahmen Aufschluss geben sollte, wurde 2016 in Auftrag gegeben, im Jahr darauf gab es erste Gespräche über die Umsetzung.

Aus der Geschichte


Die Menzer Kirche wurde wohl 1585 vollendet. 1772 erhielt der Turm seine heutige Form.

Von einer Erweiterung nach Osten um das Jahr 1900 stammen die kreuzförmigen Ostteile mit einer rechteckigen Apsis.

1862 wurde der Turm repariert und eine neue Spitze aufgesetzt.

An älteren Ausstattungsstücken des Gotteshauses hat sich nur ein Abendmahlkelch aus dem Jahr 1665 erhalten.

Im Jahr 2002 wurde die einmanuale Orgel eingeweiht. Neben Gottesdiensten und Konzerten finden etwa regelmäßig auch Ausstellungen statt. red