Schulabgänger und potenzielle Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen, darum geht es bei der alljährlich stattfindenden Zehdenicker Lehrstellenbörse. Doch 2020 ist alles anders. Aufgrund der Corona-Pandemie findet sie dieses Mal digital statt.

Rund 50 Schüler nehmen teil

Federführend bei der Organisation ist die Entwicklungsgesellschaft des Mittelzentrums, Regio Nord. Laut Martina Burghardt, bei der Regio Nord für „wirtschaftsorientiertes Regionalmanagement“ zuständig, werden am Donnerstag nun knapp 50 Schülerinnen und Schüler fast aller weiterführender Schulen Nordoberhavels mit Ausbildungsexperten aus 22 Unternehmen und Einrichtungen Kontakt aufnehmen – per Videokonferenz. Unterstützt von ihren Lehrern bereiteten sich die jungen Leute in den vergangenen Tagen darauf vor, so Burghardt weiter.
Der Entschluss der Regio Nord, die Lehrstellenbörse nicht als Präsenzveranstaltung sondern digital stattfinden zu lassen, fiel aufgrund der herrschenden Unsicherheiten im Zuge der Corona-Pandemie bereits im Frühjahr. Technisch und organisatorisch habe diese Neuerung sowohl Schulen als auch Ausbilder vor Herausforderungen gestellt. Nicht jeder habe diese angenommen.

Affinität zum Digitalen nicht überall ausgeprägt

Dass bei der virtuellen Lehrstellenbörse deutlich weniger Ausbilder und künftige Schulabgänger teilnehmen – im Vorjahr trafen etwa 400 Jugendliche auf 70 Anbieter – begründete die Regio Nord unterschiedlich. Fehlende Kapazität und Technik stehen auf der einen Seite, eine wenig ausgeprägte Affinität zum Digitalen auf der anderen Seite. Der Wunsch nach einem persönlichen Gespräch zwischen Anbieter und Bewerber sei oftmals größer.

Neue Plattform bleibt als Datenbank bestehen

Die virtuelle Lehrstellenbörse der Regio Nord beinhalte auch einen nachhaltigen Effekt. Die extra dafür geschaffene Plattform werde als Datenbank weiterbestehen. Ausbildungsplätze können dort auch künftig eingestellt und aktualisiert werden, damit sich die Schüler direkt ein Bild über eine mögliche berufliche Zukunft machen können. Nicht zuletzt ziele die Veranstaltung darauf ab, Schülern in ihrer Heimatregion attraktive Angebote zu machen und sie so hier zu halten. „Einen Wunschberuf erlernen, ohne die gewohnte Umgebung ganz verlassen zu müssen, ist nicht nur im Interesse der Jugendlichen. Die Betriebe und Einrichtungen brauchen das Potenzial, um ihren Bedarf an Fachkräften auch in Zukunft decken zu können“, betont Regio-Nord-Chef Olaf Bechert.