Ehrenamt reicht nicht aus
"Die Aufgaben sind so vielfältig geworden, das ist einem Ehrenamtler nicht mehr zuzumuten". Und so schlug der Bürgermeister vor, einen hauptamtlichen Stadtwehrführer einzustellen und gleichzeitig mit ihm einen Gerätewart mit einer "halben Stelle". Beide Positionen waren im Gefahrenabwehrbedarfsplan festgelegt worden, wie er im April des Jahres von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.
Die Bretter waren eigentlich gebohrt, doch die Politiker fanden viele Späne, die sie störten. Allen voran die Fraktion Pro Fürstenberg, deren Vorsitzender Raimund Aymanns sich von der Verwaltungsvorlage "überfordert" fühlte und dessen Kollegin Ina Hudicsek fragte, wo denn jetzt das Geld herkomme. Mit Mühe habe die Verwaltung einen Rettungsschwimmer für fünf Monate eingestellt, jetzt aber sei das Geld für einen Wehrführer da. Bürgermeister Philipp lehnte den Vergleich beider Stellen ab, schließlich habe ein Wehrführer einen erheblich größeren Aufgabenbereich zu bewältigen. Doch die Pro-Fürstenberg-Vertreterin hakte nach, wollte wissen, was denn passiere, wenn die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren den neuen Chef ablehnen und den Dienst aufgeben würden. Der Bürgermeister blieb sehr stoisch, verwies auf die Aufgaben der Verwaltung, nach denen der Brandschutz eine Pflichtaufgabe, die Sicherung des Badesees eher freiwillig sei. David Röwer von der Fraktion Vielfalt forderte die im Publikum sitzenden Feuerwehrkameraden auf, ihre Meinung zu äußern. Deren Vertreter zeigten sich absolut überzeugt von dem Konzept, einen hauptamtlichen Stadtwehrführer zu berufen, dies hätten die vier Ortswehren einstimmig erklärt. Demnach sei es absolut notwendig, eine Führung in der Feuerwehr zu haben. Thomas Burmann (CDU) regte eine Kooperation mit den Feuerwehren in Gransee und Zehdenick an, die jeweils bereits einen hauptamtlichen Feuerwehrchef hätten. Stadtverordneten-Vorsitzende Ilona Friedrich (CDU) schlug vor, den Punkt zu verschieben, sich mit den Wehrführern der Nachbarstädte zu besprechen, um dann mit gutem Gewissen neu abzustimmen. Der Antrag wurde angenommen.