Deutlich aufgewertet wird der Feuerwehrstandort Wesendorf. Wenn die Löschgruppe unter der Leitung von Sebastian Witte im kommenden Jahr ein neues Mannschaftstransportfahrzeug mit neun Sitzplätzen erhält, dann reicht das jetzige Feuerwehrdepot nicht mehr aus, um zwei Fahrzeuge sicher unterstellen zu können. Also muss das vorhandene Depot erweitert werden. Aber wie?

Drei Gestaltungsvarianten erarbeitet

Gleich drei verschiedene Varianten hat dazu die Zehdenicker Architektin Beate Schneider im Auftrag der Stadt erarbeitet. Eigentlich waren es nur zwei Varianten. Nach einer großen Runde mit allen Beteiligten Ende Juli kamen dann so viele Änderungswünsche auf den Tisch, das sich die Verwaltung genötigt sah, eine dritte Variante erarbeiten zu lassen.

Künftig getrennte Umkleideräume für Männer und Frauen

Der Löschgruppe war es nämlich schon lange ein Dorn im Auge, dass es keine separaten Umkleideräume für Männer und Frauen gab und das, obwohl der Löschgruppe acht Frauen angehören. Frauen und Männer müssen sich derzeit gemeinsam in der Fahrzeughalle umkleiden. Ein unhaltbarer Zustand, befand auch der Ortsbeirat, der gemeinsam mit der Wehrführung eine Überarbeitung der Pläne einforderte. Mit Erfolg. Allerdings kostet die optimierte Erweiterung des Feuerwehrdepots auch deutlich mehr, als die ursprünglich vorgelegten Alternativen. Mindestens 50.000 Euro zusätzlich muss die Kommune nun bereitstellen, um das Vorhaben realisieren zu können, insgesamt zirka 321.000 Euro. Trotz der erheblichen Mehrkosten fand die Optimal-Variante die Zustimmung des Bauausschusses der Stadt.

Zweites Fahrzeug braucht die Wehr dringend

Dass an der Bereitstellung eines zweiten Mannschaftstransportwagens kein Weg vorbeiführt, machte Stadtbrandmeister Gerd Leege deutlich. Die Feuerwehr Zehdenick verfüge derzeit lediglich über einen einzigen Mannschaftstransportwagen. Mit der Platzierung des Fahrzeuges in Wesendorf würdige die Wehrleitung die starke Entwicklung der Löschgruppe in den vergangenen Jahren. Der Einsatzabteilung gehören 14 Männer und acht Frauen mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 36 Jahren an, zur Jugendwehr gehören zudem 17 Mädchen und Jungen. Mit dem beträchtlichen Investitionen in den Standort Wesendorf wolle auch der Ortsbeirat das Ehrenamt stärken, betonte Ausschussmitglied Heiko Lenz (WG Schorfheide). „Wir wollen deutlich bessere Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte schaffen, auch durch die Bereitstellung von Duschmöglichkeiten“, so Lenz. Ausschussvorsitzende Jaqueline Mikat (Gemeinsam für Zehdenick) findet den Gestaltungsvorschlag gut: „Funktional und brauchbar, fügt sich gut ins Ortsbild ein“, befand sie kurz und knapp. Denn der Erweiterungsbau am Dorfanger muss Rücksicht nehmen auf die Kirche als Baudenkmal.

Geschätzte Kosten können noch weiter steigen

Ob es am Ende bei den geschätzten Kosten von zurzeit 321.000 Euro bleiben wird, ist nach Angaben von Fachdienstleiter Jens Eggert noch ungewiss. Gegenwärtig liege erst die Entwurfsplanung vor. „Da ist noch viel Bewegung möglich, meist nach oben als nach unten“, stimmte er die Abgeordneten auf weitere steigende Kosten ein. Und weil es für das Bauvorhaben keine Fördermittel gebe, müsse die Kommune das Vorhaben aus eigenen Mitteln stemmen. Für das eigentliche Fahrzeug gibt es im mittelfristigen Finanzplan der Stadt einen Planwert von 40.000 Euro. Der Bauausschuss votierte einstimmig für die Vorzugsvariante. Als nächsten müssen auch der Hauptausschuss am 29. Oktober und die Stadtverordneten am 26. November dem Bauvorhaben noch zustimmen, bevor weiter geplant werden kann.

Von einer Garagen zum großen Wurf


Die Feuerwehr Zehdenick beabsichtigt die Beschaffung eines Mannschaftstransportwagens (MTF) mit neun Sitzplätzen im Haushaltsjahr 2021, dafür sind zunächst 40 000 Euro vorgesehen.

Die Beschaffung eines weiteren Fahrzeuges für den Brandschutz hat die Errichtung einer weiteren Garage am Standort Wesendorf zur Folge. Ursprünglich waren für diese Erweiterung lediglich 30 000 Euro vorgesehen.

Dass das viel zu niedrig angesetzt war, zeigte sich, nachdem die Stadt erkannt hatte, dass es mit einer neuen Garagen in Wesendorf nicht getan ist. Als gesetzt wurde angenommen, dass das Feuerwehrgebäude am Dorfanger durch einen Anbau zu erweitern ist. Zudem sollten Umkleide und Sanitär räumlich überdacht und den heutigen Anforderungen entsprechend neu geordnet werden.

Das Planungsbüro Schneider erarbeitete zunächst zwei Varianten. Der Feuerwehr gefielen beide Varianten nicht. Bei einem Planungsgespräch Ende Juli entstand dann die Idee zu einer dritten Variante, die allen Anforderungen gerecht wird. Die Umsetzung dieser Vorzugsvariante kostet voraussichtlich zehn Mal so viel wie ursprünglich für eine neue Garage eingeplant worden waren. red