Plan A und B wurden verworfen, Plan C sollte es werden, jetzt arbeitet die Stadtverwaltung Zehdenick gemeinsam mit der Architektin Beate Schneider an Plan D für den Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses in Wesendorf.

Empfehlungen der Unfallkasse

Erst nach den Beratungen in den Fachausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung Ende 2020 stellte sich bei Beratungen zum Haushalt 2021 heraus, dass die Stadt Fördermittel in Anspruch nehmen kann, wenn sie Forderungen der Feuerwehrunfallkasse berücksichtigt. Fahrzeughalle und Umkleidemöglichkeiten sollten nicht nur getrennt werden, sondern es sollte auch separate Umkleiden für Frauen und Männer geben. In den Mehraufwand enthalten sind nun aber auch zusätzliche Brandschutztüren.

Höhere Kosten erwartet

Allerdings fällt der Nettogewinn bei dem Vorhaben geringer aus, kostet die Erfüllung der Empfehlungen der Unfallkasse doch auch 60.000 Euro mehr gegenüber den bisherigen Planungen. Gleichzeitig kann die Kommune auf 80.000 Euro Fördermittel hoffen. Es geht dabei aber nicht nur ums Geld, sondern vor allem um die Gesundheit der Kameradinnen und Kameraden, die ganz vorne ansteht.

Beim Umkleiden droht bislang Feuerwehrkrebs

Ein viel kritisierter Punkt im Gefahrenabwehrbedarfsplan der Stadt Zehdenick ist es, dass sich die Einsatzkräfte meist in den Fahrzeughallen umziehen müssen, weil es keine anderen Umkleidemöglichkeiten im Depot gibt. Beim Umziehen in der Fahrzeughalle drohe sogenannter Feuerwehrkrebs durch Dieselruß, hieß es bei der Vorstellung des Bedarfsplans im Bauausschuss der Stadt. Eine Abgassauganlage ist im Depot nicht vorhanden trotz einer Empfehlung der Unfallkasse. Dabei ist das Gerätehaus nicht mal sehr alt. An- und Umbau erfolgten zuletzt im Jahr 2010.

Begonnen hatte alles mit einer neuen Garagen

Jetzt noch mal in den Standort zu investieren, resultierte aus der Überlegung der Wehrführung, in Wesendorf einen zusätzlichen Mannschaftstransportwagen zu platzieren. Die Beschaffung hätte auf jeden Fall die Errichtung eines Anbaus bedeutet. Ursprünglich waren dafür lediglich 30.000 Euro vorgesehen.
Dass das viel zu niedrig angesetzt war, zeigte sich, nachdem die Stadtverwaltung selbst erkannt hatte, dass es mit einer neuen Garage nicht getan ist. Als gesetzt wurde angenommen, dass das Feuerwehrgebäude am Dorfanger durch einen Anbau zu erweitern ist. Zudem sollten Umkleideräume und Sanitäranlagen den heutigen Anforderungen entsprechend neu geordnet werden.

Schon drei verschiedene Varianten diskutiert

Das Planungsbüro Schneider erarbeitete zunächst zwei Varianten. Der Feuerwehr gefielen beide nicht. Bei einem Planungsgespräch Ende Juli vergangenen Jahres entstand dann die Idee zu einer dritten Variante, die aus damaliger Sicht allen Anforderungen gerecht wurde, nun aber nicht mehr ganz aktuell ist. „Da ist noch viel Bewegung möglich, meist nach oben als nach unten“, stimmte Fachdienstleiter Jens Eggert schon damals die Abgeordneten auf weitere steigende Kosten ein.

Würdigung des Ehrenamtes

Mit der Platzierung des neuen Fahrzeuges in Wesendorf will die Wehrleitung die starke Entwicklung der Löschgruppe in den vergangenen Jahren würdigen. Der Einsatzabteilung gehören 14 Männer und acht Frauen mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 36 Jahren an, zur Jugendwehr gehören zudem 17 Mädchen und Jungen. Mit dem beträchtlichen Investitionen in den Standort Wesendorf wolle auch der Ortsbeirat das Ehrenamt stärken, betonte Ausschussmitglied Heiko Lenz (WG Schorfheide) im Herbst.