In der Stadt Zehdenick gibt es eine gewisse Unzufriedenheit darüber, dass das Schnelltest-Zentrum des DRK-Kreisverbandes Gransee ausgerechnet im Pausenraum der Sozialstation untergebracht worden ist. „Hätte es nicht auch andere, womöglich geeignetere Räume in der Stadt gegeben?“, fragte Hartmut Leib (SPD) am Donnerstag im Hauptausschuss.

DRK hat das Angebot der Stadt zunächst abgelehnt

Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) stellte klar, dass es das Angebot der Stadt an das DRK zur Nutzung anderer Standorte im Stadtgebiet gegeben habe. Der Ortsverband habe das jedoch abgelehnt. Dafür gebe es keinen Bedarf, habe man ihm mitgeteilt, so Kronenberg. Neben dem DRK habe es auch mit anderen Anbietern Gespräche über die Eröffnung eines Testzentrums in Zehdenick gegeben. Eine schnelle Lösung bahnte sich aber nirgendwo an. „Es war überall sehr schwierig, deshalb bin ich dem DRK dankbar, das Angebot zu ermöglichen“, erklärte Kronenberg. Leib forderte trotzdem: „Wir sollten uns da als Stadt einbringen.“ Kronenberg kündigte darauf hin an: „Ich gehe gerne noch einmal auf das DRK zu.“

DRK-Chef will auf die Stadt zugehen

DRK-Kreisgeschäftsführer Ronny Sattelmair steht einem Angebot der Stadt offen gegeben über. „Kann man verbessern“, sagte er auf die Frage, ob der Aufenthaltsraum des Pflegestützpunktes für ein solches Testzentrum geeignet sei. Eigentlich sollte es in Absprache mit dem Landkreis Oberhavel nur eine Teststation in Gransee geben. „Wir wollten aber nicht, dass die Zehdenicker nach Gransee fahren müssen“, so Sattelmair. Die Initiative für die Einrichtung eines Testzentrums sei in Zehdenick von den Ehrenamtlern und dem Vorstand es Ortsverbandes ausgegangen. Deshalb sei Zehdenick überhaupt erst ans Netz gegangen. „Das war eine reine DRK-Initiative“, stellte der Geschäftsführer klar. Nun müsse man schauen, wie das Testangebot in Zehdenick angenommen werde. Sollte das Platzangebot nicht ausreichend sein, komme womöglich auch ein Umzug in Frage. Er werde diesbezüglich noch einmal das Gespräch mit dem Bürgermeister suchen, kündigte der DRK-Chef am Freitag an.

Erst jetzt weist die Stadt auf das Testangebot hin

Die Stadtverwaltung Zehdenick wirbt nun auch ganz offiziell für die Testmöglichkeit beim DRK. In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Pressemitteilung heißt es: „Ab sofort können sich Bürgerinnen und Bürger einmal wöchentlich auch in Zehdenick kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. In der Schmelzstraße 9 hat das DRK eine Corona-Teststelle eröffnet. Diese bietet Schnelltests an: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Durchgeführt werden diese Tests durch geschultes Personal. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Direkt im Anschluss erhalten die Testpersonen vor Ort eine Bescheinigung über das Testergebnis. Voraussetzung für einen Schnelltest ist die Symptomfreiheit. Personen mit coronatypischen Krankheitszeichen – wie Fieber, Husten, Atemnot, Halskratzen oder eingeschränktem Geruchs- und Geschmackssinn – können sich nicht in der Teststelle testen lassen. Sie melden sich bitte telefonisch bei ihrem Hausarzt, damit dieser Sie beraten und bei Bedarf einen kostenfreien PCR-Test veranlassen kann.“

Zusätzliche Impftermine für Zehdenicker

Auch die Nachricht, dass die Kommunen im Norden Oberhavel jeweils 150 zusätzliche Impftermine erhalten haben, ist in Zehdenick eingegangen, nachdem in dieser Woche bereits Löwenberg, Fürstenberg und Gransee darauf hingewiesen hatten. Auch das war Thema im Hauptausschuss, weil sich Abgeordnete fragten, warum alle anderen Kommune mittlerweile auf das zusätzliche Impfangebot hingewiesen haben, die Stadt Zehdenick bislang aber noch nicht. Auch dazu gibt es eine Pressemitteilung: „Die Stadtverwaltung Zehdenick kann aufgrund einer Initiative des Landes Brandenburg einige Corona-Impftermine im Krankenhaus Gransee für Bürgerinnen und Bürger vergeben, die über 80 Jahre alt sind, sich impfen lassen möchten und noch kein Impfangebot vom Land Brandenburg oder von einer anderen Stelle erhalten haben.

Andrea Hinz nimmt Impfwünsche entgegen

Personen der genannten Altersgruppe können sich telefonisch oder per E-Mail (bitte Name, Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer angeben) an die Stadtverwaltung Zehdenick wenden. Ansprechpartnerin ist Andrea Hinz unter der Telefonnummer 03307 4684112, Montag bis Donnerstag von 8 bis 15.30 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr. E-Mail: A.Hinz@zehdenick.de.
Für die Stadt Zehdenick einschließlich Ortsteile wurden über den Landkreis Oberhavel für die nächste und übernächste Woche 90 Impftermine zugewiesen. Auf die Anzahl und die Zeitfenster der Termine hat die Stadtverwaltung keinen Einfluss. Somit ist leider keine Garantie gegeben, dass allen in Frage kommenden Bürgerinnen und Bürger ein Impfangebot unterbreitet werden kann. Wir bitten um Verständnis, dass die zur Verfügung stehenden Termine in der Reihenfolge des Eingangs der Anrufe beziehungsweise der E-Mails vergeben werden.“