Sind die Kontrollen der Stadt Zehdenick einfach nur zu lasch oder halten sich die Havelstädter im Großen und Ganzen an die geltenden Regeln durch Eindämmung der Corona-Pandemie? Auf Anfrage des Abgeordneten Hartmut Leib (SPD) hat Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) haarklein und mit entsprechenden Kontrolllisten nachweisen wollen, dass kein einziger Fall seit November vergangenen Jahres dem Landkreis Oberhavel gemeldet werden musste.

Nur vereinzelt Verstöße festgestellt

Sollten im Einzelfall Verstöße festgestellt worden seien, hätten es die Mitarbeiter seiner Verwaltung bei Ermahnungen belassen. Die angesprochenen Personen hätten dann entsprechend reagiert, so dass niemand angezeigt werden musste. Auf die Einhaltung einer ganzen Reihen von Schutzmaßnahmen sei bei den regelmäßig durchgeführten Kontrollgängen durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung geachtet worden, führte Kronenberg im Hauptausschuss aus. Diese Kontrollgänge dauerten meist zwei bis drei Stunden und seien zudem den jeweils veränderten Corona-Lagen angepasst worden. Diese Kontrollen betrafen unter anderen die Einhaltung der Maskenpflicht auch auf den Parkplätzen der Discounter und anderer Verbrauchermärkte sowie an Markttagen auch auf dem Wochenmarkt.

Auch bei den Friseuren gab es Kontrollen

Auch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen bei den körpernahen Dienstleistungen wie beispielsweise bei den Friseuren sei geachtet worden, seitdem diese wieder geöffnet haben dürfen. Kontrollen habe es auch an den Tankstellen gegeben, wo im Außenbereich das Tragen eines Mund-Nasen-Schutz beim Tanken Pflicht ist. Auch die Einhaltung der seit dem 8. März geltenden, besonderen Regeln im Einzelhandel sei kontrolliert worden, wo vorübergehend ein Betreten der Geschäfte nur nach vorheriger Anmeldung möglich war. Da das Ordnungsamt zeitweise nicht besetzt war, mussten auc Mitarbeiter des Fachdienstes „Bürgerservice“ ausrücken, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren, versicherte Kronenberg.

Abgeordneter zweifelt die Ergebnisse an

Hartmut Leib zweifelte die Ergebnisse der Kontrollen an. „Ich habe andere Wahrnehmungen als die Behörde gemacht“, stellte er klar. Als Beispiel nannte er den Marktplatz, wo sich zur Mittagszeit vier Personen gleichzeitig zum Essen am Rathaus trafen. Auch in den Fachausschüssen gab es schon den einen oder anderen Hinweis. So monierte jüngst die sachkundige Bürgerin Frauke Rißmann, dass sich gleich mehrere Frauen des Öfteren vor der Kita „Sonnenschein“ am Liebenwalder Ausbau zum Rauchen getroffen hätten und sie davon ausgehe, dass es sich dabei um Erzieherinnen der Einrichtung handeln würde. Bianca Bewersdorf von der Stadt Zehdenick nahm den Hinweis entgegen und versprach, sich um die Klärung zu kümmern.
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