Nach zwei Monaten unter herausfordernden Bedingungen ist die DRK-Schnellteststelle in Zehdenick in deutlich größere Räume umgezogen. Der DRK-Kreisverband Gransee hat das Angebot der Stadt Zehdenick angenommen, die Teststelle vom Pausenraum der Sozialstation in der Schmelzstraße 9 in die Hospitalstraße 1 zu verlegen. Dort steht seit fast einem Jahr der Komplex der alten Havelland-Grundschule leer.

Ehemaliger Speisesaal bietet optimale Bedingungen

Nachdem sich das DRK verschiedene Räume in dem Schulgebäude angeschaut hatte, fiel letztlich die Wahl auf den ehemaligen Speisesaal, der über einen separaten Eingang vom Schulhof aus verfügt. Seit Freitag können dort zwei Personen gleichzeitig getestet werden, damit verdoppelt sich quasi die Testkapazität in der Havelstadt und die Wartezeiten verkürzen sich. Denn die Teststelle in Zehdenick ist mit deutlich mehr als einhundert Testungen pro Tag die mit Abstand größte im Norden Oberhavel, noch vor dem Testzentrum in Gransee.

Zwei Stufen müssen überwunden werden

Außerdem können Getestete künftig geschützt vor Wind und Wetter in den großzügigen Räumen auf das Ergebnis warten. Nur Parkplätze stehen nicht direkt an der Teststelle zur Verfügung, aber am nahegelegenen Kirchplatz. Allerdings ist die neue Teststelle nicht komplett barrierefrei. Zwei Treppenstufen könnten sich insbesondere für Rollstuhlfahrer als unüberwindbares Hindernis erweisen. Hier will Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) aber schnell für Abhilfe sorgen, in dem eine mobile Rampe installiert werden könnte. Bis die verfügbar ist, kann der Nasen-Abstrich aber auch vor der Tür erfolgen, zeigt sich das DRK flexibel.

Bundeswehreinsatz erlaubt größeres Angebot

Dass das DRK-Kreisverband in Zehdenick eine so große Testkapazität vorhalten kann, ist auch der Bundeswehr zu verdanken, die das DRK vor Ort mit Personal unterstützt. Allerdings nicht mit Sanitätern, sondern mit angelernten Soldaten, stellte Oberstleutnant Wolf-Michael Sturm als Beauftragter der Bundeswehr für Zivil-Militärische Zusammenarbeit fest. „Wir sind dem Ruf des Bürgermeisters gefolgt“, sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Sattelmair. „Wir sind jetzt hier in der Mitte, besser geht es nicht“, stellte er fest. Der Umzug sei reibungslos vonstatten gegangen. Der DRK-Verbandschef sieht das Testen als Präventionsarbeit. „Wir hoffen alle, dass der Spuk bald vorbei sein wird.“ Der Schlüssel dazu sei das Durchimpfen der Bevölkerung. Bis dahin bleibe das Testen wichtig, um Infektionsketten zu durchbrechen.

Zusammenarbeit mit der Stadt auch beim Impfen geplant

Überhaupt betonten Sattelmair und Kronenberg unisono das gute Miteinander zwischen dem Verband und der Kommune. Das sei eine gute Basis für weitere Projekte wie das Impfen im größeren Stil. „Das DRK steht bereit für die Durchimpfung der Bevölkerung“, kündigte Sattelmair an. Zehdenicks SPD-Fraktionschef Hartmut Leib begrüßten den Umzug der Teststelle in größere Räume. Er dankte ebenso wie der Bürgermeister dem DRK und der Bundeswehr für ihren Beitrag, das gesellschaftliche Leben am Laufen zu halten. An den Öffnungszeiten der Teststelle ändert sich nicht, diese ist von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Sonnabend von 10 bis 16 Uhr. Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag bleibt die Einrichtung geschlossen.