Außenstehende sind versucht zu glauben: Totale Flaute herrscht in Dörfern wie Altthymen sowieso. Auch ohne Corona. Hinter den Kulissen – nicht nur hinter den Gardinen – tut sich aber etwas. Zum Beispiel dank des Ortsvorstehers Manfred Saborowski, der seit fast genau zehn Jahren in Amt und Würden ist, wie er verschmitzt lächelnd sagt. Das wisse er deshalb so genau, weil seinerzeit sein Nachbar den Bund der Ehe eingegangen war.
So einiges konnte Saborowski in seinem Heimatdorf bewegen, der bis 2019 als Linken-Politiker Stadtverordneter war. Eins ist aber klar, sagt er: Kommunale Veranstaltungen sind dieses Jahr ausnahmslos ins Wasser gefallen. Wegen der Pandemie konnten der Frühjahrsputz um das Osterfest und das Konzert in der kommunalen Kirche nicht stattfinden, ebenso werde es auch im Advent keinerlei Veranstaltung geben können. „Wir wollen aber in aller Stille und mit der gebotenen Vorsicht den Herrnhuter Stern über dem Eingangsportal der Kirche wieder anbringen“, kündigt der Ortsvorsteher an. Allerdings ohne, dass diesmal ein Fest mit Glühwein und Konzert der Fürstenberger Gesangsgemeinschaft stattfindet.

Hoffen auf Elektro-Glocken

Betrüblich sei ohnehin, dass das Haus Dahmshöhe des Lebenshilfe e.V. wegen der Pandemie geschlossen ist. Obgleich die dortigen Weihnachtsfeiern für Ruheständler aus Altthymen seit mehreren Jahren schon nicht mehr stattfinden.
Bleibt der Blick in die Zukunft, die hoffentlich etwas rosiger werde, wie Saborowski mit Blick auf die romantisch wirkende Kirchenruine anmerkt. Allen Grund zu Optimismus gebe es nämlich: Fast 30 Liebespaare haben sich entschlossen, im kommenden Jahr sich in Altthymen das Ja-Wort zu geben. „Damit dürfte unser idyllischer Ort auch im kommenden Jahr ein Besuchermagnet werden“, erklärt er. Denn sogar bundesweit werde das Oberhavel-Nordlicht mit seiner geheimnisvollen Kirchenruine dank der Trauungen bekannt gemacht. So wie auch die Mühle Tornow, dank derer man den Hochzeits-Bonus besitze. Verständlich, findet Manfred Saborowski, dass die Altthymener deshalb für die bevorstehenden Etat-Beratungen im Fürstenberger Parlament unter anderem einen dringenden Wunsch haben: In der Kirche möge ein elektrisches Läutwerk installiert werden. So ganz neu ist das Begehren freilich nicht. Aber es heißt ja nicht umsonst: Stetes Wünschen öffnet die Geldbörse!