Anlässlich des Tages des offenen Denkmals lädt die Stadtverwaltung Fürstenberg für Sonntag, 13. September, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr zum Besuch der Alten Burg ein. Das Bauwerk hat eine vielseitige Geschichte und diente über die Jahrhunderte unter anderem als Herrschaftssitz, Wohnhaus und Schule. Stadtführer Carsten Dräger wird an diesem Nachmittag Interessierte durch die Burg führen und Spannendes über die Geschichte des Gebäudes und dessen Bewohner berichten.

Das älteste Gebäude der Stadt

Die Wasserburg ist das älteste, in Teilen noch existierende, Gebäude der Stadt. Es wurde zwischen 1150 und 1200 als Grenzfeste durch die Askanier erbaut. Erstmals wird die Burg 1333 erwähnt, wobei die zwanzigjährige Existenz der Grafschaft zu Fürstenberg besonders hervorsticht. Bis 1572 wurde ein neues Haus auf der Burg durch den Baumeister des Herzogs Johann Baptista Parr errichtet. Bauherr war der Herzog von Mecklenburg Johann Albrecht I. Nach weiteren diversen Bautätigkeiten zwischen 1577 und 1596 verbrannte 1639 das alte Haus.

Amtshaus mit Gefängnisturm

1725 wird in Veröffentlichungen von einem Amtshaus mit drei Flügeln und einem Gefangenenturm gesprochen. Im Jahre 1819 kaufte der Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz die Burg und schenkte sie dann der Stadt mit der Bedingung, hier eine Schule einzurichten. Diese Schulnutzung hatte bis 1978 Bestand, danach nutzte die Stadt das Gebäude noch bis 1999 als Kinderhort und Heimatmuseum. Was jetzt aus der Burg wird, ist allerdings unklar. Die Stadt Fürstenberg investiert in den Erhalt der Bausubstanz.

Baugeschichtliche Besonderheit

Vor acht Jahren hatte sich der Architekt Peter Köster näher mit dem Denkmal beschäftigt. er präsentierte Ergebnisse einer Untersuchung der Burg. Mit viel Liebe zum Detail warb er damals für eine Sanierung. Sein Fazit: Die Alte Burg ist aus baugeschichtlicher und kulturhistorischer Perspektive betrachtet etwas ganz Besonderes.
Vorhandene Nutzungseinschränkungen seien bei einer möglichen Sanierung der Burg zu beachten, ebenso die Gesamtkosten einer Erneuerung, der Zustand, selbstverständlich der Einfluss des Denkmalschutzes sowie Barrierefreiheit und Brandschutz.

44 Räume und ein schöner Burginnenhof

1 300 Quadratmeter groß ist das Grundstück, auf dem sich die Burg befindet. Drei Geschosse beherbergen 44 Räume. „Das ist schon ein ganz schöner Brocken", gestand Köster damals. Nur sehr wenige Gebäude dieser Art in Norddeutschland seien so gut erhalten wie die Burg in Fürstenberg. „Eigentlich könnte die Stadt mit Fug und Recht mit dem Begriff Schlösser- und Burgenstadt werben", fügte er schmunzelnd hinzu.
Unbedingt erhaltenswert seien beispielsweise eine Renaissance-Tür und typische Kreuzstab-Fenster aus dem 16. Jahrhundert. "Derartige Fenster kenne ich sonst von keiner Burg in der Region", so der Denkmal-Experte. Überdies warte die Burg mit historischen Dielen und einer barocken Treppe auf. Doch wie soll dieses Gebäude künftig genutzt werden? Köster plädierte für mehrere, strukturierte Nutzungen, sprich: Nicht das gesamte Gebäude, sondern Abschnitte sollten vermarktet werden. Ihm schwebten zum Beispiel als Nutzungseinheit Büroräume vor. Wobei der Denkmalschutz durchaus ein Auge auf das zentrale Treppenhaus werfen wird. Barrierefreiheit könne indessen nur teilweise angeboten werden.

Brandschutz und Barrierefreiheit müssen beachtet werden

Und da fangen aus Sicht des Baufachmanns auch die Probleme an. Sobald die Kommune eine öffentliche Nutzung anstrebt, seien Brandschutz und Barrierefreiheit selbstverständlich zu beachten, wolle man eine Baugenehmigung erhalten.
Reizvoll sei durchaus der Burg-Innenhof, der aus Sicht des Fachmannes für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden kann, etwa mit kulturellen Veranstaltungen. Wer sich von der Einzigartigkeit der Fürstenberger Burg überzeugen möchte, kann dies am Sonntag tun. Der Eintritt ist kostenfrei. Der Zugang erfolgt durch den Burghof, über die Amtsstraße vom Nettoparkplatz aus. Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Zugang zur Burg nur mit Maske gestattet und die Abstandsregeln sind einzuhalten.