Auch in Fürstenberg sind in den vergangenen Wochen Glasfaserkabel verlegt worden. Wie Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) unlängst informierte, konnte die Drei-Seen-Grundschule davon profitieren. Sie verfügt jetzt über einen Glasfaseranschluss für schnelles Internet.
Was bedeutet: Ab jetzt sei die Neuausstattung und Bereitstellung der notwendigen Hardware für den digitalen Unterricht möglich. Die Fachbehörde der Stadtverwaltung, die dafür zuständig ist, hat nach den Worten des Bürgermeisters bereits mit den vorbereitenden Planungen und der Ausschreibung begonnen. Freilich müsse schon durchaus gesagt werden, die Wünsche der Schulen in Bezug auf eine digitale Ausstattung seien mitunter etwas unrealistisch.
Kämmerer Sebastian Appelt bestätigte das. Vorstellungen der Bildungseinrichtungen nach viel Technik seien so nicht umsetzbar, wie von den Schulen erhofft. Appelt zufolge hat die Stadtverwaltung bereits Geld in den aktuellen Haushalt eingestellt, mit dem man fest rechne in Bezug auf die Digitalisierung der Schulen. Dabei handelt es sich um Geld aus dem vom Bund vor rund zweieinhalb Jahren beschlossenen Digitalpakt.

Notebook-Wagen für die Schulen

Rund 100.000 Euro seien für die Drei-Seen-Grundschule vorgesehen, für die Kleine Grundschule an der Mühle in Bredereiche die Hälfte dessen. Adäquat dazu werde ein sogenannter Medienentwicklungsplan (MEP) erarbeitet. Der betrifft das Thema der Beschaffung von Endgeräten. Wobei der Digitalpakt für die Gemeinden generell einen nicht unerheblichen Pferdefuß hat: „Der Digitalpakt ist nicht für Endgeräte gedacht.“ Mit anderen Worten, die finanziellen Konsequenzen aus dem Medienentwicklungsplan muss Fürstenberg vorrangig selber tragen. Daher gibt es im Haushalt bei den Investitionen für die Schulen auch Etatposten, die sich unter anderem auf EDV beziehen: Für die Drei-Seen-Schule sind auch Notebookwagen vorgesehen, die erworben werden sollen. Dabei handelt es sich nach den Worten von Appelt um große Ladestationen für rund 30 Notebooks, die dann zugleich aufgeladen werden können.
Außerdem sollen ein Klassensatz Tablets, sogenannte Interaktive Tafeln und Verwaltungsrechner erworben werden. 150.000 Euro werden eingesetzt. 2023 sollen weitere mobile Endgeräte im Wert von 70.000 Euro gekauft werden. Auf die Fördermittel aus dem Digitalpakt für die Schule am Berliner Berg greift die Kommune dann nächstes Jahr zurück.

Digitale Perspektive im Rathaus

Ebenso, wenngleich in bescheidenerem Umfang die Bredereicher Grundschule mit ihren Investitionen in digitale Lernmittel: Dieses Jahr gibt die Kommune Geld in Höhe von 63.000 Euro aus, die sich auf besagte Notebookwagen, den Klassensatz Tablets, Interaktive Tafeln und Verwaltungsrechner beziehen. 2023 kommen weitere 20.000 Euro für Endgeräte hinzu. Für 2022 sind im Rahmen des Digitalpaktes Investitionen in Höhe von 102.600 Euro beabsichtigt, davon sind 50.000 Euro Fördermittel.
Doch damit längst nicht genug: Für eine zeitgemäßere Ausstattung mit modernen Arbeitsmitteln im Rathaus soll ebenfalls dieses Jahr erheblich investiert werden: 42.000 Euro will die Stadtverwaltung ausgeben, um zwei elektronische Knotenpunkte all der digitalen Informationen in der „inneren Verwaltung“ zu erwerben, gemeint sind zwei Server. Netzwerktechnik und ein modernes WLAN sind ebenfalls geplant. Weitere 30.000 Euro werden eingesetzt, um neue PC zu kaufen, 15.000 Euro für Sicherungssoftware und einen speziellen Windows-Server. Damit das alles reibungslos funktioniert, sollen außerdem die Elektrik im denkmalgeschützten Rathausgebäude saniert sowie ein nagelneues Kommunikationsnetzwerk geschaffen werden, Kostenpunkt 35.000 Euro. Dokumente sollen elektronisch strukturiert werden für 20.000 Euro und zuguterletzt wird die Telefonanlage für 8.000 Euro erweitert. Macht zusammen: 150.000 Euro.

Der Digitalpakt und das föderale System in Deutschland


Ende November 2018 wurde im Bundestag die Absicht bekundet, die Digitalisierung in den allgemeinbildenden Schulen mit fünf Milliarden Euro zu fördern. Es gab einen entsprechenden Beschluss, der mit großer Mehrheit zustande kam.

Bis Mitte August 2019 hatten erst neun von 16 Bundesländern die notwendigen Förderrichtlinien veröffentlicht; der Mittelabfluss ist nach allgemeiner Einschätzung dadurch gehemmt.

Im Januar 2020, sieben Monate nach dem Start des Digitalpakts, hatten die 16 Bundesländer erst 20 Millionen Euro aus dem Fünf-Milliarden-Paket abgerufen. Als Ursache wird angegeben, dass viele Schulen ihre Medienkonzepte noch nicht eingereicht hätten, Grundvoraussetzung dafür, überhaupt Mittel beantragen zu dürfen. Zudem seien zahlreiche Schulen noch mit der Prüfung ihrer aktuellen informationstechnologischen Ausstattung befasst, um ihre Bedarfe zu ermitteln. In vielen Kommunen wurden außerdem Befürchtungen laut, die erwarteten Zusatzkosten belasteten das gesamte Finanzbudget zu sehr. Geld für wichtige andere Aufgaben der Daseinsvorsorge drohe wegzufallen.