Es ist schon eine Weile her, dass sich die heimliche Begegnungsstätte in Baumgarten, die Gaststätte „Märkischer Waidmann“, in ein privates Wohnhaus verwandelte. 2015 hatte der Wirt, Lutz Koch, die überregional beliebte Gaststätte, schließen müssen. Eine Legende wurde zwar Geschichte – viele Einheimische hofften seitdem aber auf eine Alternative.
Am Mittwoch war es soweit. Nach fast einer Rekord-Bauzeit, denn erst Anfang September wurde der Grundstein gelegt, konnte für das künftige Gemeindezentrum des Sonnenberger Ortsteils das Richtfest gefeiert werden. Freilich war bereits in den Wochen zuvor fleißig gemauert worden. Ortsvorsteherin Edwine Scharein war aber im Urlaub, der Grundstein musste etwas warten.

Amtsverwaltung geht von Fertigstellung im Mai aus

Mit dem Abriss des alten Feuerwehrgebäudes, wo das Zentrum errichtet wird, war im Mai begonnen worden. Wobei die Absicht der Gemeinde, die Begegnungsstätte zu errichten, schon vor fünf Jahren in einen Beschluss mündete. Nun geht die Granseer Amtsverwaltung davon aus, dass voraussichtlich im Mai 2021 die Fertigstellung erfolgen kann.
Bereits in den vergangenen Wochen hatte Edwine Scharein, die Ortsvorsteherin, positive Rückmeldungen erhalten, wann immer die Mauern ein Stückchen in die Höhe wuchsen. „Wir haben einiges vor“, wagte sie einen Blick voraus. Neben privaten und kommunalen Festen sollen auch einige Veranstaltungsreihen auf die Beine gestellt werden, etwa Filmvorführungen.

Oberste Priorität für das Projekt

Mit anderen Worten, der dörfliche Zusammenhalt, die Gemeinschaft in dem beschaulichen Baumgarten kann weiter gestärkt werden. Dank einer Initiative, die auch vom Gemeinderat, Bürgermeister Ralf Wöller (CDU) und nicht zuletzt Amtsdirektor Frank Stege ausging. „Wir hatten seinerzeit festgestellt, dass es schwierig ist in Baumgarten, zum Beispiel wenn nötig ein Wahllokal zu organisieren“, erinnert sich Frank Stege. Vor allem aber, der Granseer Amtsausschuss habe einstimmig dafür gestimmt, dass das Projekt Gemeindezentrum Baumgarten ganz oben auf der Prioritätenliste steht.
Nun können die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, so der Amtsdirektor, dass die Dorfgemeinschaft noch stärker wächst. Ralf Wöller hielt mit seiner Einschätzung nicht hinterm Berg: „Das künftige Baumgartener Gemeindezentrum dürfte das schönste werden in der ganzen Umgebung“, erklärte er lachend und nicht ohne Stolz.

Einheimische Fachkräfte für Elektrik

Dafür sorgte auch der clevere Umgang des Amtes mit den Kosten (voraussichtlich 450.000 Euro, wobei drei Viertel davon Fördermittel der EU sind). Die Entwurfsplanung wurde nämlich in Kooperation mit der Gemeinde Sonnenberg in Eigenregie vorgenommen. Mit der Ausführung und deren Planung ist das Architektur- und Ingenieurbüro von Ortwin Suckrow beauftragt worden, der auch die Überwachung der Bautätigkeit erledigt. Verantwortlich ist dafür in erster Linie die Baugenossenschaft Herzberg, die das sogenannte Bauhauptgewerk übernommen hat. Dachdecker Lubig und die Tischlerei Walter aus Fürstenberg leisten ebenfalls ihren Beitrag. Und für die Installation der Elektrik sind Einheimische Fachkräfte gewonnen worden: Elkko Elektrik.
Doch was soll nun alles geschaffen werden: Ein ansprechender Veranstaltungsraum zum Beispiel, Sanitärräumlichkeiten, Küche, Lagerraum, eine Terrasse und nicht zuletzt sechs Parkplätze werden gebaut.

Ein historischer Moment

Edwine Scharein oblag es, beim Richtfest den obligatorischen Nagel ins Gebälk zu hämmern, angefeuert von zahlreichen Anwesenden. Zuvor sagte Matthias Feiler vom Amt Gransee den Richtspruch auf, übrigens in zünftiger Zimmermannsmontur (sogar mit Bügelfalte). Die Ortsvorsteherin verhehlte nicht ihre Begeisterung für diesen historischen Moment. „Stolz, froh und glücklich“ sei sie, dass nun das Gemeindezentrum Gestalt annimmt. Auch wenn es etwas gedauert habe, „aber nun entsteht ein wunderschönes Gebäude, das mit Sicherheit dazu beitragen wird, dass die Baumgartener noch mehr miteinander verbunden sein werden“.
Ein Gläschen Sekt genehmigten sich dann Scharein, Feiler, Wöller und Stege. Derart gestärkt begann das entschlossene Gehämmere der Ortsvorsteherin, gefolgt von Frank Stege, der den Nagel in Nullkommanichts in den Balken gedroschen hatte, bevor der Bürgermeister seine Pflicht lachend erledigte. Das Publikum spendierte einen Riesenapplaus.

Eine dörfliche Idylle südwestlich von Gransee


– Baumgarten liegt inmitten der Baumgarten-Meseberger Heide, östlich von Lindow/Mark in der Nähe des Huwenowsees. Auch der Kleine Dölschsee und der Kirchsee bieten Gelegenheit zum Baden und Angeln.

– Im Jahr 1524 war Baumgarten ein Rittersitz mit einem Wohnhof und 19 weiteren Höfen. Die im Jahre 1704 neu gebaute Fachwerkkirche mit Wetterfahne aus dem Jahre 1743, mit Stichbogenfenstern und quadratischen Holzturm mit geschweifter Haube an der Westseite, lädt zur Besichtigung ein.

– Die ehemalige Gemeinde Baumgarten schloss sich im September 1998 mit Sonnenberg zur neuen Gemeinde Sonnenberg zusammen. Deren Bürgermeister ist Ralf Wöller (CDU). Ortsvorsteherin ist seit den vergangenen Kommunalwahlen Edwine Scharein, ihr Stellvertreter Patrick Ließmann. Dem Ortsbeirat gehört außerdem Ronny Lepke an. Die drei sind Mitglieder der Wählergemeinschaft Baumgarten.