Die ersten Wände stehen schon. So waren die Verantwortlichen am Mittwoch in Rauschendorf mit der symbolischen Grundsteinlegung eigentlich ganz schön spät dran. „Aber eine Grundsteinlegung ohne Ortsvorsteherin, das konnten wir uns nicht vorstellen“, stellte Sonnenbergs Bürgermeister Ralf Wöller (CDU) zu Beginn klar. Und die Ortsvorsteherin Edwine Scharein, die weilte zuvor im Urlaub.

Viele positive Rückmeldungen

„Im Namen aller Baumgartener möchte ich sagen, dass wir uns schon sehr auf die Fertigstellung freuen. Es stehen im nächsten Jahr viele Feiern an“, sagte Scharein. Bereits in den vergangenen Tagen habe sie positive Rückmeldungen erhalten, wann immer die Mauern ein Stückchen in die Höhe wuchsen. „Wir haben einiges vor“, wagte sie einen Blick voraus. Neben privaten und kommunalen Festen sollen auch einige Veranstaltungsreihen auf die Beine gestellt werden, etwa Filmvorführungen.

75 Prozent der Kosten werden gefördert

Neun Monate werden die Bauarbeiten nun voraussichtlich noch dauern, sagte Vizeamtsdirektor Wolfgang Schwericke. Rechne man den Abbruch der ehemaligen Feuerwehr-Fahrzeughalle mit ein, an dessen Stelle das Gemeindezentrum entsteht, komme man ziemlich genau auf ein Jahr. Im Mai 2020 begann der Abbruch, für Mai 2021sei die Fertigstellung des Gemeindezentrums geplant. „Dann hoffentlich unter besseren Rahmenbedingungen, die ein großes Fest für die Gemeinde möglich machen“, fügte er hinzu. Schließlich sei der Bau des Gemeindezentrums ein lang gehegter Wunsch der Baumgartener gewesen. „Wir haben lange dafür gekämpft, um Fördermittel akquirieren zu können. Manchmal dauert das etwas länger, aber nun ist ja Licht am Ende des Tunnels zu sehen“, so Schwericke weiter. Die Kosten für das Bauvorhaben belaufen sich auf etwa 450.000 Euro. 75 Prozent der Summe werden vom Land Brandenburg und der Europäischen Union gefördert.

Seit Schließung der Gaststätte fehlte ein Treffpunkt

Dass das Gemeindezentrum nun nach langer Wartezeit in die Höhe wachsen kann, begrüßte auch Bürgermeister Wöller. Zwischenzeitlich hätten andere Geldquellen dafür gesorgt, dass die Baumgartener ein weiteres Jahr warten mussten. Damit meinte er die Finanzierung des Sonnenberger Dorfplatzes, der aufgrund einer einmaligen Möglichkeit, Fördermittel dafür zu bekommen, vorgezogen wurde und schließlich im Juni vergangenen Jahres übergeben werden konnte.
„Die Dorfmitte von Baumgarten bekommt nun ein ganz neues Gesicht, nicht nur mit etwas Schminke, sondern grundsätzlich“, so Wöller weiter. „Es fehlt ja etwas, wenn es so ein Haus nicht gibt.“ Früher sei vieles in der damaligen Dorfgaststätte geschehen, angefangen beim Beerdigungskaffee über Gemeinderatssitzungen bis zu Wahlen. „Aber wenn man sich jetzt so umsieht, der Pavillon, die Wiese, der Spielplatz, die Terrasse, die noch gebaut wird – Herz, was willst du mehr?“ Damit habe sich die Entscheidung, die Gaststätte nicht zu übernehmen, als sie 2015 zum Verkauf stand, als völlig richtig erwiesen. Manchmal müsse man eben Geduld haben, aber die hätten die Sonnenberger für ihren Spielplatz auch aufbringen müssen.

Kartusche im Grundstein versenkt

Nach den Ansprachen befüllten Ortsvorsteherin Scharein, Bürgermeister Wöller und Vizeamtsdirektor Wolfgang Schwericke gemeinsam mit Bauamtsmitarbeiter Matthias Feiler die Kartusche, um diese anschließend im Grundstein zu versenken. Münzen, aktuelle Tageszeitungen sowie eine Dorfchronik wurden dafür ausgewählt.

Die Mitwirkenden


Die Entwurfsplanung wurde durch die Bauverwaltung des Amtes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sonnenberg durchgeführt.

Mit der Ausführungsplanung und Bauüberwachung ist das Architektur- und Ingenieurbüro Ortwin Suckrow beauftragt worden.

Die Bauausführung übernehmen folgende Firmen: Bauhauptgewerk: Baugenossenschaft Herzberg, Dach/zimmerei: Zimmerei Wagener Schönhausen, Tischlerarbeiten: Tischlerei Walter Fürstenberg, Trockenbau: Bauservice Kasch Neuruppin, Elektrik: ELKKO-Technik Heiden Baumgarten, Heizung/Sanitär: Jens Schulz Zehdenick.

Malerarbeiten und Außenanlagen befinden sich noch in der Ausschreibung.