Der Zabelsdorfer Geschichtspfad steht kurz vor seiner Vollendung. Noch wenige Tafeln, dann lädt der Pfad Einheimische und Besucher gleichermaßen zu einem spannenden Spaziergang durch die Geschichte des Ortes ein.
Anfang 2019 kam den Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins die Idee dazu. Die Basis bildet die Festschrift des Ortes, die anlässlich der 750-Jahr-Feier 2017 präsentiert wurde und viele Daten und Fakten enthält.

Die meisten Schilder stehen bereits

Mittlerweile stehen die meisten Tafeln, hergestellt von der Agentur Finish Werbung in Wesendorf. Mit Folien beklebte Plexiglasscheiben sorgten für ein ansprechendes Erscheinungsbild. Das moderne Erscheinungsbild erlaubt es, Bild und Text auf die durchsichtigen Tafeln zu bringen. Am Friedhof des Ortes wird beispielsweise auf die prähistorischen Ausgrabungen hingewiesen, weiter südlich steht vor einer Pferdekoppel eine Tafel mit Details zum Ort allgemein. Dort erfährt der Besucher, dass die Zabelsdorfer keineswegs nur von Acker und Viehzucht gelebt haben, sondern auch eine große Ziegeleien im Ort einst für bescheidenen Wohlstand sorgte.

Die Kirche ist noch immer Baustelle

Schon wieder oder immer noch verhüllt ist die Tafel für der Sophienkirche, die schon mehr als zwei Jahre eine Baustelle ist. Damit die Geschichtstafel bei den laufenden Bauarbeiten nicht beschädigt wird, hat sie Ortsvorsteher Emil Beuth fein säuberlich eingepackt. Der Betrachter wundert sich, dass der Kirchturm, der eigentlich schon in neuem Glanz erstrahlte, wieder eingerüstet werden musste. Im Juni sei dort der Blitz in das Dach eingeschlagen und habe die Konstruktion angehoben und stark beschädigt. Der dadurch entstandene Schaden betrage rund 70 000 Euro, weiß der Ortsvorsteher zu berichten. Gleichzeitig wurde mit den Arbeiten am Kirchenschiff begonnen.

Flucht, Vertreibung und Kriege

In der Nähe der Kirche soll anlässlich des Volkstrauertages eine weitere Tafel enthüllt werden: Sie beschäftigt sich mit Flucht, Vertreibung und den Opfern der Kriege. Gegenüber laufen derweil die Arbeiten an der alten Schule. Diese wurde verkauft und wird nun restauriert, um sie künftig für Wohnzwecke zu nutzen. „Auch dort kommt noch eine Tafel hin“, kündigte Emil Beuth an. Mit den neuen Eigentümern des Hauses habe er bereits darüber gesprochen, sie hätten ihr Einverständnis erteilt. Und dann wäre der Geschichtspfad komplett.

Die Geschichte der Ziegelei Spiess

Dass es in Zabelsdorf mal eine Ziegelei gab, daran erinnert schon seit Herbst vergangenen Jahres eine Tafel an der Straße nach Wentow. Die Zieigelei wurde 1899 von Georg Spiess gegründet, die Produktion erfolgte damals im Handstrichbetrieb mit rund einhundert Saisonarbeitskräften, die größtenteils aus Schlesien und Holland kamen. Im Gegensatz zu den vielen anderen Ziegeleien in und um Zehdenick sei die der Familie Spiess nach dem Zweiten Weltkrieg nicht enteignet worden, berichtete Christian Spiess, Urenkel des Gründers, der, nachdem er 40 Jahre in Afrika gelebt hat, jetzt in Gransee wohnt. Erst 1969 stellte die privat betriebene Ziegelei in Zabelsdorf ihre Produktion wegen des Mangels an Ton ein. Danach erfolgten der Abriss der Gebäude mit Ausnahme des ehemaligen Ziegeleihauses, in dem es bis heute einige Mietwohnungen gibt.
Ein Hügel am Ortsrand, der von den Kindern im Winter schon mal zum Rodeln genutzt wird, ist ein Relikt aus der Blütezeit der Ziegelei. Darunter befänden sich die Reste des alten Ringbrandofens, der 1920 in Betrieb genommen wurde.