Denn das Land wäre bereit die Straße auszubauen, würde der Landkreis die Verbindung übernehmen und damit für den weiteren Unterhalt aufkommen, ist sich die BI sicher. Bislang konnten sich die Behörden aber nicht einigen. "Wir wollen den jetzt in Gang gesetzten Prozess unterstützen", begründete Dr. Jens Wegener die Gründung der BI zum jetzigen Zeitpunkt. Der Arzt mit Wohnsitz in Bredereiche und chirurgischer Praxis in Zehdenick pendelt täglich über die Holperpiste wie viele andere Einwohner der Region auch.
Sollte das Land Baulastträger der L 214, die zum sogenannten Grünen Netz des Landes gehört und damit nur noch repariert wird, bleiben, fordert die BI: "Die jährliche Flickschusterei kann das Problem nicht lösen, die komplette Oberfläche muss erneuert werden." Am Geld dürfte das Vorhaben nicht scheitern, glauben die BI-Mitglieder. Die Steuereinnahmen seien so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Das Land Brandenburg würde den Ausbau zu 90 Prozent fördern, sollte der Landkreis die Baulast übernehmen. Sollte der Landkreis zu lange zögern, so fürchtet die BI, dass der Fördertopf leer sein wird, weil andere Landkreise sehr wohl das Angebot annehmen dürften. "Wir würden es begrüßen, wenn sich unser Landkreis vorne und nicht hinten anstellt", so Wegener.
Der jetzige Zustand der L 214 sei schädlich für die weitere Entwicklung der Region. Leidtragende seien nicht nur die Menschen, die in Marienthal, Tornow, Blumenow, Bredereiche, Zootzen wohnen, sondern auch Gewerbetreibende wie der Fensterbaubetrieb Matthias Helm in Zootzen. Zudem sei der Zustand schädlich für die weitere touristische Entwicklung. Denn touristische Aushängeschilder wie die Mühle Tornow, das Schloss Tornow, das Gut Boltenhof und das Weihnachtsdorf Himmelpfort würden unter der schlechten Anbindung leiden, sind die BI-Mitglieder überzeugt. Neben dem gastgebenden Ortsvorsteher von Bredereiche, Gregor Klos, zählen sein Amtskollege Eberhard Otto aus Blumenow, der Marienthaler Gewerbetreibende Dirk Lorenz, Bredereiches Ortswehrchef und selbstständiger Landwirt Andreas Manzel, Tischlermeister Matthias Helm und Dr. Jens Wegener zu den Gründungsmitgliedern. Die BI-Mitglieder wollen jetzt Druck machen und als nächstes ein Positionspapier an Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) verfassen, in dem sie auch zum Ausdruck bringen wollen, dass sie sich gegenwärtig wie Bürger zweiter Klasse vorkommen, denen man eine vernünftige Infrastruktur vorenthält. Sei es nicht Aufgabe des Landes Brandenburg, für gleiche Lebensbedingungen in allen Landesteilen zu sorgen? Und sollte sich herausstellen, dass der Landkreis Oberhavel zuständig wird für die Straße, dann werde man an den Landkreis schreiben, um die Positionen der BI deutlich zu machen. Auf Krawall sei man aber nicht gebürstet, Gewalt lehne man ab. "Wir bevorzugen friedliche Mittel", so Wegener. Sehr wohl dürfe man mit fantasievollem Protest rechnen. Wünschenswert wäre es, wenn sich andere dem Protest anschließend würden. Mit Plakaten entlang der Strecke könnte man die Forderung nach einem Straßenausbau unterstreichen. Es müsse ja keine Luxussanierung sein, eine glatte Oberfläche sei schon ausreichend, wobei selbst Experten einschätzen würden, dass an einigen Stellen ein grundhafter Ausbau unvermeidlich sei. Jeder Mitstreiter sei willkommen, man wolle nicht unter sich bleiben.
Wer bei der Bürgerinitiative L 214 mitwirken will, melde sich bei BI-Sprecher Dr. Jens Wegener unter jewg@t-online.de oder bei Dirk Lorenz unter info@lorenz-versicherung.de