Eine rund eine Millionen Euro schwere Hafenanlage will die Stadt Liebenwalde in nur zwei Jahren Planungs- und Bauzeit aus dem Boden stampfen.
Mit dem ambitionierten Projekt möchte Bürgermeister Jörn Lehmann (parteilos) unbedingt bis zur Saisoneröffnung 2014 fertig sein. Dann soll der Finowkanal erstmals für den Führerschein freien Sportbootverkehr geöffnet werden. Der Ausbau des Langen Trödels ist ein Teil des Großprojekts der Wassertourismus-Initiative Nordbrandenburg (WIN). Dabei sollen mehrere große Wassersport-Reviere in Brandenburg miteinander verbunden werden. Bürgermeister Lehmann rechnet schon im ersten Jahr mit mehreren tausend Sportbooten mehr, die ab 2014 seine Stadt passieren. Zudem erhält Liebenwalde eine von drei Klappbrücken, die künftig als Touristenattraktionen gelten dürften.
Genau an dieser Stelle will Lehmann ein bestehendes Hafenbecken erweitern, ein gehobenes Bistro mit Aussichtsterrassen sowie einen Wohnmobil-Stellplatz errichten. Das ganze Areal, auf dem sich jetzt noch Bungalows befinden, soll komplett umgestaltet werden. Mehrere Wochenendhäuser sowie ein Imbiss sollen dazu abgerissen werden. Für die neu geschaffene Anlage wird dann per Ausschreibung ein Betreiber gesucht.
Rund 750000Euro, also drei Viertel der Baukosten, wären über Förderprogramme durch das Land Brandenburg finanzierbar. Dies gelingt jedoch nur, wenn sämtliche Bauarbeiten bis 31. Dezember 2013 abgeschlossen sind, führte der Bürgermeister am Mittwoch beim Ausschuss für Tourismus, Kultur und Soziales aus. Das Projekt, das der Bürgermeister über Weihnachten ersann, soll in den nächsten zwei Wochen noch durch alle anderen Ausschüsse gehen. Bereits dann sollen die Stadtverordneten entscheiden, ob sie hinter dem Vorhaben stehen. 2012 ist die Planung vorgesehen. 2013 soll gebaut werden.
„Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, wenn die Urlauber zum Saison-Auftakt vor einer riesigen Baustelle stehen“, warb der Bürgermeister für seinen knappen Zeitplan.