Unter dieser Marke verkauft dieBergsdorfer Agrar GmbH seit zweieinhalb Jahren hochwertiges Rindfleisch. Nur das Fleisch von zwei Jahre alten, weiblichen Jungrindern kommt dabei in den Verkauf. Es zeichne sich durch kürzere Muskelfasern aus, wodurch das Fleisch zarter und intensiver im Geschmack sei, so Geschäftsführer Christoph Lehmann, der den Zehn-Mann-Betrieb führt. Die Qualität hat ihren Preis, doch den zahlen die Kunden offenbar gern, wie der Erfolg zeigt. Von Anfang an werden die Produkte im eigenen Hofladen angeboten, was selbst einigen Bergsdorfern verborgen geblieben sei, so Lehmann. Mit der Regio Nord in Gransee biete sich nun eine weitere Schnittstelle für den Verkauf.
Seit Januar 2016 werden Wurst und Fleisch vom Wiesenrind auch mit der Regio Kiste von Petra Fähnrich aus Gransee angeboten. Im ersten Jahr nahmen die Kunden 671 Fleisch- und Wurstprodukte aus Bergsdorf ab. Ein beachtlicher Erfolg für den Anfang, findet die Initiatorin. Ein Firmenkunde aus Fürstenberg ließ sich zu Weihnachten 75 Wurst- und Fleischpakete für Kunden zusammenstellen. Bevor Petra Fähnrich das Wiesenrind in ihr Sortiment aufnahm, kaufte sie selbst erst mal Rindergulasch in Bergsdorf ein. Als sie das Fleisch in der Pfanne schmorte, staunte die Einzelhändlerin nicht schlecht: "Da trat kein Wasser aus." Und auch der Geschmack überzeugte sie, obwohl das Kilo 11,50 Euro kostet. Doch der Preis sei gerechtfertigt. Zunehmend seien auch die Kunden in der Region bereit, für mehr Qualität höhere Preisen zu zahlen, obwohl das Bergsdorfer Wiesenrind ohne Bio- oder Ökolabel auskommen muss. "Wir produzieren bewusst nicht biologisch, sondern konventionell. Es ist auch nicht notwendig, für ein gutes, gesundes Tier", betont Christoph Lehmann. Die Rinder ernähren sich aber nicht nur vom Gras der Weiden, sondern bekommen Gras- und zum Teil Maissilage.
Viel wichtiger als ein Biolabel seien viel Licht und Platz, ordentlich Auslauf auf der Weide sowie Stroh im Stall anstelle von Spaltböden. "Unsere Tiere sind total entspannt. Sogar unsere Bullen kann man streicheln", so Lehmann. Ein Label gibt es dann aber doch: Das Fleisch trägt das QS-Zeichen, was dem Verbraucher anzeigt, das der Betrieb das Tierwohl ernst nimmt. 99,8 von 100 Prozent habe man beim letzten Audit erreicht. Alle zwei Jahre müsse man sich dem Check unterziehen, um das QS-Zeichen zu behalten.